FSME-Erkrankungen steigen
Impfrate nur noch bei 80 %
(26.03.2026) Die Zahl der FSME-Erkrankungen in Österreich steigt wieder an. Gleichzeitig ist die Durchimpfungsrate gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis gesunken. Gesundheitsexperten warnen daher vor einer zunehmenden Gefahr – und betonen die hohe Wirksamkeit der Impfung.
FSME-Fälle: Mehr Hospitalisierungen als vor zehn Jahren
Im Jahr 2025 mussten 132 Menschen wegen FSME im Spital behandelt werden. Das sind deutlich mehr als noch vor rund einem Jahrzehnt. Österreich zählt weiterhin als Endemiegebiet, in dem das Virus flächendeckend vorkommt.
Besonders alarmierend:
👉 Die Impfrate ist auf rund 80 Prozent gesunken – früher lag sie deutlich höher.
© APA | MedUni/Wien
Impfung verhindert Tausende schwere Verläufe und Todesfälle
Dabei zeigt eine aktuelle Analyse der MedUni Wien die enorme Wirkung der FSME-Impfung:
- Über 10.000 Hospitalisierungen seit dem Jahr 2000 verhindert
- Rund 80 Todesfälle vermieden
- Darunter mehr als 4.000 schwere Krankheitsverläufe
FSME kann zu Gehirn- und Hirnhautentzündungen führen. Auch nach der Behandlung bleiben häufig Beschwerden wie:
- Kopfschmerzen
- Lähmungen
- Krampfanfälle
Vor allem Ungeimpfte betroffen
Die Daten zeigen klar, wen die Krankheit besonders trifft:
- 85 % der Fälle: ungeimpfte Personen
- 12 %: unvollständig Geimpfte
Bei korrekt eingehaltenem Impfschema liegt die Schutzwirkung laut Experten bei 99 Prozent, selbst bei Abweichungen noch über 90 Prozent.
Empfehlung ab dem Säuglingsalter
Die FSME-Impfung wird in Österreich ab dem sechsten Lebensmonat empfohlen. Das empfohlene Schema:
- Grundimmunisierung: 3 Impfungen innerhalb eines Jahres
- 4. Impfung: im darauffolgenden Jahr
- Auffrischung:
- alle 5 Jahre
- ab 60 Jahren alle 3 Jahre
Wichtig: Auch bei überzogenen Abständen reicht meist eine einzelne Auffrischung, um den Schutz wiederherzustellen.
Zeckenrisiko steigt durch Klimawandel
Experten beobachten, dass Zecken durch den Klimawandel zunehmend auch in höheren Lagen vorkommen. Fälle wurden bereits auf 1.500 Metern Seehöhe registriert.
Zudem breiten sich neue Arten aus:
- In Österreich dominiert weiterhin der Holzbock (95 % der Zecken)
- Auch die tropische Riesenzecke wurde bereits nachgewiesen
FSME-Hotspot Oberösterreich
Besonders betroffen ist Oberösterreich:
- Mehr als 50 der 132 Hospitalisierungen im Jahr 2025
Experten sehen hier auch einen Zusammenhang mit regional niedrigerer Impfbereitschaft.
Experten warnen: „Keine sichere Altersgruppe“
FSME kann Menschen jeden Alters treffen:
- Jüngster Fall: Säugling wenige Wochen alt
- Älteste Patientin: 86 Jahre
👉 Fazit der Mediziner: Es gibt keine sichere Altersgruppe.
Was tun nach einem Zeckenstich?
- Bei fehlender oder überfälliger Impfung: so schnell wie möglich impfen lassen
- Zecken können zur Analyse an die AGES geschickt werden
Die aktuellen FSME-Zahlen zeigen eine klare Entwicklung: Weniger Impfungen führen zu mehr schweren Erkrankungen. Experten raten daher dringend, den Impfschutz zu überprüfen – gerade jetzt, wo die Zeckensaison wieder beginnt und sich die Risikogebiete weiter ausdehnen.
(fd/apa)