Geiselnahme in Hamburg

Vater entführt eigene Tochter

(05.11.2023) Gestern Abend hat ein 35-jähriger Mann mit seinem Auto ein Tor zum Hamburger Flughafen durchstoßen und ist auf das Vorfeld des Geländes gefahren. Im Auto sitzt auch seine vierjährige Tochter. Die Polizei geht von einer Geiselnahme aus. Der Mann hat aus dem Auto "eine Art Molotowcocktails" geworfen. Sein Tatmotiv war offenbar ein Sorgerechtsstreit mit der Mutter des Mädchens.

3.200 Passagiere können nicht abheben

Der Flughafen wurde sofort weiträumig gesperrt, die beiden Terminals wurden geräumt. Alle Passagiere in den Flugzeugen wurden aus den Maschinen geholt und in einem nahe gelegenen Flughafenhotel untergebracht. Insgesamt 3.200 Passagiere seien betroffen, sagte ein Polizeisprecher. Der Flugbetrieb bleibt auf unbestimmte Zeit eingestellt. Das teilte der Flughafen am frühen Sonntagmorgen mit. "Es kommt zu Flugstreichungen und Verzögerungen über den gesamten Tag", hieß es. Die Polizei bat, dass Fluggäste vorerst nicht zum Flughafen anreisen. Auch die S-Bahn fahre den Flughafen nicht an.

Die Hamburger Polizei teilte am späten Samstagabend mit, sie stehe in Verbindung mit dem Geiselnehmer. Mit dem vermutlich 35-jährigen Mann werde auf Türkisch verhandelt. "Wir setzen hier auf eine Verhandlungslösung", sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen-Presse-Agentur. Dass sich die Gespräche so lange hinzogen, bewertete sie positiv: "Das ist ein absolut gutes Zeichen", betonte sie. "Er will mit uns sprechen und das bewerten wir erst einmal als sehr positiv." Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei und Polizeipsychologen seien ebenfalls vor Ort.

Vater soll Tochter einfach eingepackt haben

Die Ehefrau des Mannes, die sich in Stade bei Hamburg aufgehalten haben soll, hatte sich zuvor wegen möglicher Kindesentziehung bei der Landespolizei gemeldet. "Wir gehen derzeit davon aus, dass ein Sorgerechtsstreit Hintergrund des Einsatzes ist", teilte die Polizei kurz vor Mitternacht mit. Man gehe davon aus, dass der Vater der Mutter das Kind weggenommen und möglicherweise unter Gewalteinwirkung ins Auto gesetzt habe, bevor er nach Hamburg und dort auf das Rollfeld des Flughafens fuhr, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage.

Die Polizei hatte kurz vor Mitternacht keine Erkenntnisse, dass jemand verletzt worden ist. Die Polizei sah zu dem Zeitpunkt auch keine akute Gefährdung von Dritten mehr. Das Flugzeug der Turkish Airlines, unter dem der Mann sein Auto abgestellt hatte, wurde geräumt. Eine Airport-Sprecherin sagte, von der offiziellen Sperre des Flughafens um 20.24 Uhr bis Betriebsschluss um 23.00 Uhr wären normalerweise sechs Starts und 21 Landungen erwartet worden.

(APA/DS)

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