Giftiger Streuspilt!

Niederösterreich/Burgenland

(29.01.2026) Wo kommt der giftige Streusplit her? Scheinbar aus Österreich! Das Gesteinsmaterial stammt wohl aus dem Steinbruch Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf). Greenpeace hat im Burgenland an drei weiteren Standorten eine erhöhte Asbestbelastung festgestellt. Betroffen sind der Spielplatz der Fast-Food-Kette McDonald's in Oberpullendorf, der Asfinag-Rastplatz Mogersdorf auf der S7 und der Businesspark Steinberg-Dörfl, hieß es am Donnerstag. In Niederösterreich wird Material untersucht, das aus dem Burgenland an den Straßendienst geliefert wurde. Das Land kündigte Luftmessungen an. Ebenjene sind im Burgenland angelaufen.

Die neuerlichen Proben wurden laut Greenpeace nach Hinweisen aus der Bevölkerung entnommen und analysiert. Sie wiesen, wie schon die vorangegangenen Funde, teils über 50 Prozent Asbestgehalt auf, berichtete die Umweltschutzorganisation. McDonald's lässt nun den Schotter vom Spielplatz entfernen. Die Asfinag hat den Rastplatz gesperrt. Ein vierter Fund betraf Ungarn: In Bozsok nahe der burgenländischen Grenze wurde auf einem Parkplatz ebenfalls das krebserregende Material festgestellt.

Greenpeace erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung ans Land Burgenland, frei zugängliche Asbestbrocken zu entfernen und besonders kritische Bereiche wie Spiel- oder Sportplätze zu sperren und zu erneuern. Umweltchemiker Herwig Schuster sprach sich für sofortige Maßnahmen, wie bei McDonald's und Asfinag, aus. "Dafür braucht es keine wochenlangen Luftmessungen", betonte er. Diese alleine seien nicht ausreichend, um mögliche Risiken abzuwenden.

Luftmessungen der Taskforce im Burgenland angelaufen

Unterdessen sind am Donnerstag die Luftmessungen der eigens eingerichteten Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" angelaufen. Erste Untersuchungen seien angeordnet worden, teilte das Landesmedienservice mit. Dabei gehe es ausschließlich um die Frage, ob Asbestfasern freigesetzt werden und über die Luft auf die Bevölkerung wirken können, erläuterte Umweltmediziner Hanns Moshammer, stellvertretender Leiter der Taskforce: "Das reine Vorliegen von asbesthaltigen Materialien stellt grundsätzlich noch keine Gefährdung dar."

Derzeit seien keine aufwendigen Gegenmaßnahmen nötig, weil aufgrund der herrschenden Witterungsbedingungen keine relevanten Mengen an Asbestfasern freigesetzt werden können, meinte Moshammer, der auf Regen, Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit verwies. Die jetzigen Ergebnisse alleine seien deshalb noch nicht repräsentativ, es müsse über einen längeren Zeitraum gemessen werden. Erst dann mache es Sinn, mittel- und langfristige Maßnahmen zu erarbeiten.

Die Ergebnisse der Luftmessungen werden online unter www.burgenland.at/taskforce veröffentlicht. Für die Bevölkerung wurde unter der Nummer 057 600 1027 eine Hotline eingerichtet. Gemeinden können sich bei der Taskforce melden, wenn sie bestimmte Plätze untersuchen lassen wollen. "Die Taskforce hat Kapazitäten, um über die derzeit geplanten Testpunkte hinaus bis zu 100 Stellen rasch zu betesten", betonte Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce.

Untersuchung zu Asbestbelastung in Niederösterreich

Nach Niederösterreich wurde Gestein aus einem burgenländischen Steinbruch transportiert, das derzeit im Rahmen des Winterdienstes als Streusplitt in der Straßenmeisterei Aspang (Bezirk Neunkirchen) gelagert wird, wie auch die "Krone" berichtete. "Das gelieferte Material wurde umgehend nach Bekanntwerden der Hinweise separiert und kommt nicht zum Einsatz", wurde in einer Aussendung mitgeteilt. Man nehme die im Raum stehenden Hinweise ernst, eine Untersuchung zur Abklärung möglicher Asbestbelastung wurde veranlasst. Geprüft werde derzeit, inwieweit Gesteinsmaterial aus dem Steinbruch Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf) zum Einsatz gekommen ist.

Kritik der Politik

"Wenn wir uns nicht mehr darauf verlassen können, dass sauberes Material geliefert wird, dann ist eine Grenze überschritten", sagte Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ). "Es geht um den Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung und unserer Mitarbeiter." Beauftragt wurde nun ein "umfassendes Luft-Messprogramm an repräsentativen Standorten", teilte das Büro von Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) auf APA-Anfrage mit. In den nun anlaufenden Untersuchungen sind Fachleute und u.a. der Umweltanwalt eingebunden. Auch mit den Kollegen im Burgenland stehe Pernkopf im Kontakt, hieß es.

(fd/apa)

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