Graz: Neue Regeln nach Wegweisung

Auf weggewiesene Männer muss besser aufgepasst werden! Nach der Amokfahrt in Graz soll das Gesetz nachgebessert werden. Der 26-jährige Amokfahrer soll ja seine Frau wiederholt misshandelt haben, Ende Mai setzt es eine Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung. Möglicherweise mit ein Grund für seine Psychose. Experten kritisieren schon lange, dass Männer nach solchen Wegweisungen nicht betreut werden. Viele werden dadurch erst recht zu tickenden Zeitbomben.

Eduard Hamedl, Gründer des Grazer Männernotrufs:
“Wir hatten schon Anrufe von Männern, die mitten im Winter bei Minusgraden weggewiesen worden sind. Kein Geld, keine Freunde, keine Familie – was sollen sie tun? Die Welt bricht für sie zusammen und die Situation kann dann natürlich ganz schnell eskalieren. Der Gesetzgeber muss reagieren und Weggewiesenen eine Betreuung zur Seite stellen.“

Innenministerin Mikl-Leitner will nun eine verpflichtende Rechtsberatung für Weggewiesene gesetzlich verankern.

22. Juni - Rückblick

Amokfahrt mitten in Graz. Ein Mann ist mit seinem Geländewagen durch die Fußgängerzone in der Innenstadt gerast. Dutzende Menschen können nicht mehr ausweichen. Drei Menschen sterben: Ein vierjähriger Bub, eine 25-jährige Frau und ein 28-jähriger Mann. 34 Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

Tragödie um frischgebackenes Ehepaar

Unter den Schwerverletzten ist eine junge Frau, sie hatte gerade erst vor zwei Wochen geheiratet. Sie und ihr Ehemann waren die ersten Opfer des Amokfahrers. Der 28-Jährige hat nicht überlebt, seine Frau liegt im Koma.

Amokfahrer kommt vor Haftrichter

Die Einvernahme des Amokfahrers gestaltet sich schwierig. Der Mann sei in einem sehr schlechten psychischen Zustand, heißt es gestern von der Polizei. Er leidet laut Ärzten ja an einer Psychose. Der 26-Jährige soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden.

Update 21. Juni 2015

Sechs Menschen schweben immer noch in Lebensgefahr. Ganz Graz ist geschockt. 500 Menschen sind gestern beim Gedenkgottesdienst erschienen. Tausende Menschen haben sich dem Trauerzug durch die Herrengasse angeschlossen und Kerzen für die Opfer angezündet.

Das Motiv des Amokfahrers ist immer noch unklar. Ein politisches, religiöses oder terroristisches Motiv wird von der Polizei aber ausgeschlossen. Der 26-Jährige soll aber an einer Psychose leiden. Er soll schon im Mai von seiner Familie weggewiesen worden sein, weil er gewalttätig war.

Das ist passiert

Zu Mittag hat die Amokfahrt begonnen. In der Zweiglgasse hat der 26-Jährige beschleunigt und zwei Personen gerammt. Eine davon ist an Ort und Stelle verstorben. Anschließend ist er in Richtung der Augartenbrücke gefahren. Dabei ist eine Person leicht verletzt worden. Daraufhin ist er weiter in die Grazbachgasse gerast. Dort ist er aus dem Auto gesprungen und hat ein Paar mit einem Messer attackiert. Beide sind dabei teilweise schwer verletzt worden. Nachdem er weitere Personen attackiert hat, ist er schließlich in die Herrengasse gefahren. Dabei hat er dutzende Menschen erfasst. Zwei weitere sind dabei gestorben. Die Amokfahrt hat laut der Polizei fünf Minuten gedauert.

Mit diesem Geländewagen ist der 26-Jährige durch die Grazer Innenstadt gerast.

Rettungskräfte aus der gesamten Grazer Umgebung sind herangezogen worden. 83 Rettungswägen, 110 Sanitäter und vier Hubschrauber.

Hans-Jörg Mackeldy besitzt einen Stand in der Herrengasse. Er hat gesehen, wie der Amokfahrer ein Kind überfahren hat:
"Ich habe gehört, wie die Leute schreien. Dann habe ich mich umgedreht und habe gesehen, wie die ganzen Leute weglaufen. Der Fahrer hat den Wagen gewendet. Die Menschen haben daraufhin noch lauter geschrien. 20 Meter neben mir hat er jemanden überfahren. Aber die Person konnte noch aufstehen. Aber dann hat er ein Kind überfahren. Ich habe es noch gehen gesehen und dann hat er es einfach überfahren!"

KroneHIT-Hörer Paul schildert die Horror-Szenen:
"Ich bin auf der Straße gefahren. Da ist mir plötzlich die Polizei bei der Einbahn entgegen gekommen. Sie haben anscheinend den Täter gesucht. Dann sind mir sechs Verletzte beim Rest der Strecke aufgefallen. Aber Gott sei Dank war die Rettung schon da. Sie sind blutüberströmt am Boden gelegen."

KroneHIT-Hörer Paul erzählt weiter:
"Im Moment bin ich froh, dass alle meine Verwandten und Bekannten nicht in der Innenstadt sind. Klar fragt man sich, wer konkret betroffen ist. Ich habe auch dementsprechend Angst."

Der Schock sitzt tief. Auch im Netz ist die Anteilnahme groß. Hunderte haben den Post "Graz trägt Trauer" auf Facebook geteilt.

Nach der Wahnsinns-Tat in Graz melden sich auch die heimischen Politiker im Netz zu Wort. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Doch bei ihm ist ein wahrer Shitstorm ausgebrochen. "Der Täter ist aus Bosnien, ein religiöses Motiv wird nicht ausgeschlossen", schreibt Strache. Dabei bestätigt die Polizei, dass das sehr wohl ausgeschlossen werden kann. Ein Mega-Shitstorm ist ausgebrochen. Strache hat nach mehreren Änderungen jetzt den Post gelöscht.

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