Great Barrier Reef erholt sich

Good News

(11.08.2026) Abkühlen heißt es zurzeit für das Great Barrier Reef. Aufgrund eines späten Sommermonsuns konnte sich heißes Oberflächenwasser mit kühlerem Wasser aus tieferen Schichten vermischen. Den Korallen gefällt das.

Massenbleichen bleiben aus

Das Great Barrier Reef ist das weltgrößte Korallenriff und gehört seit 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe. In den letzten zehn Jahren litt es öfter unter der Meereserwärmung, schlechter Wasserqualität oder Unwettern. Diese Einwirkungen führten zuletzt 2025 zu Massenbleichen.

Massenbleichen treten auf, wenn die farbigen Algen aufgrund erhöhter Meerestemperatur beginnen giftige Stoffe zu produzieren. Die Korallen wehren sich dagegen und stoßen die Algen ab, also erbleichen. Eigentlich sind Algen aber ihre Nahrungsquelle. Eine dauerhafte Meereserwärmung kann somit zum Verhungern ganzer Korallenriffe führen.

Dieses Jahr gibt es aber gute Neuigkeiten. Ein spätes Tief bewahrte große Teile des Great Barrier Reefs vor Hitze. Das Tief wird aufgrund seiner Entstehungsweise auch Sommermonsun genannt. Wenn Landflächen sich im Sommer durch Sonneneinstrahlung stärker erwärmen als die angrenzenden Meere, steigt die erwärmte Luft auf. Dadurch entsteht ein bodennahes Tiefdruckgebiet. Es ermöglicht Wolkenbildung und Regen. Für die Korallen ist das schönes Wetter.

Gestresste Korallen erholen sich

Vom Wind ausgelöste Wellen sorgen derzeit dafür, dass sich heißes Oberflächenwasser mit kühlerem Wasser aus tieferen Schichten vermischen kann. Erste Anzeichen regionaler Bleichen am Great Barrier Reef Anfang 2026 sind verschwunden. Die Wissenschaftler vom staatlichen Meeresforschungsinstitut AIMS sprechen von "ermutigenden Anzeichen einer Erholung".

Eine Erholung ist möglich, weil gebleichte Korallen zwar extrem gestresst, aber oft nicht abgestorben sind. Neben der kühleren Strömung schützt das aktuelle Wetter die Korallen zudem vor direkter Sonneneinstrahlung. Das hilft ihnen erheblich bei der Regeneration und hat positive Auswirkungen auf ihre Bestandszahlen.

Von 121 untersuchten Riffen nahm die Bedeckung mit lebenden Hartkorallen laut AIMS in 28 Prozent der untersuchten Teile des Riffs zu. Nur in 16 Prozent der Fälle nahm sie ab. Obwohl der Klimawandel ein großes Problem für die Korallenriffe der Welt darstellt, ist ein Wachstum im größten Riff ein Lichtblick.

Die Bedeutsamkeit der Korallenriffe

Korallenriffe sind für ein Viertel aller bekannter Meeresarten überlebensnotwendig. Nicht nur als Kinderstube für viele Fischarten, von denen sich Menschen weltweit ernähren, sondern auch als Wellenbrecher, Schutz vor Sturmfluten und Küstenstabilisatoren. Laut WWF profitieren weltweit mindestens eine halbe Milliarde Menschen indirekt von Korallenriffen.

(apa/mm)

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