Hardung kritisiert Fitnesswahn
Wenn Messwerte Stressen
(20.10.2026) Der Schauspieler Damian Hardung findet klare Worte, wenn es um den Trend zur Selbstoptimierung geht und den Druck, dem sich zahlreiche Menschen täglich aussetzen. In einem Interview mit dem Kurier, anlässlich seines neuen Films "Corpus Delicti", hat der 28-Jährige über den Optimierungstrend gesprochen. Der Schauspieler erklärt, dass ihm die Gesundheit wichtig ist, es sich aber nicht nur mehr darum drehen sollte, ein möglichst langes und leistungsfähiges Leben zu führen.
Der Maxton-Hall-Star lehnt Smartringe, Smartwatches und Gesundheits-Apps prinzipiell ab. Für ihn zählt, ob dadurch den Menschen geholfen wird oder einfach ein extra Druck ausgelöst wird. An einem konkreten Beispiel zeigt er, wie weit der Druck zur Selbstoptimierung mittlerweile reicht: Zwischenzeitlich war das Medikament Ozempic für den eigentlichen medizinischen Einsatz kaum noch erhältlich.
Der Deutsche erklärt, dass er sich lieber auf sein eigenes Körpergefühl statt auf Statistiken verlässt. Ihn interessiert das Durchschnittstempo beim Laufen herzlich wenig, viel wichtiger ist es ihm, die mentalen und körperlichen Grenzen ausfindig zu machen.
Außerdem möchte der 28-Jährige nicht auf Genuss verzichten. Eine Mahlzeit muss nicht nur danach bewertet werden, wie gesund sie ist. Stattdessen darf es im Moment auch einfach gut schmecken und sich richtig anfühlen, erklärt Hardung. Um genau dieses Thema geht es in der Verfilmung des Bestsellers von Juli Zeh, "Corpus Delicti". Darin wird maximale Gesundheit und Sicherheit durch lückenlose Datenerfassung in einem totalitären Zukunftsstaat mittels der sogenannten Methode versprochen. Hardung übernimmt die Rolle des "Moritz Holl", der an diesem vermeintlich unfehlbaren System zweifelt und dann des Mordes mit vermeintlichen DNA-Beweisen beschuldigt wird.
Der 28-jährige Schauspieler hält trotz seines weltweiten Erfolgs mit der Serie "Maxton Hall" an seinem Medizinstudium an der Universität Köln fest. Er sieht den nahezu freien Zugang zur Bildung in Deutschland als ein Privileg. Im vergangenen Jahr hat er sein zweites Staatsexamen abgelegt und hat im Anschluss vier Monate in einem Krankenhaus im Kölner Stadtteil Porz gearbeitet. Komplett unerkannt ist er dort jedoch nicht geblieben, gelegentlich haben Patienten erkannt, wer vor ihnen steht. Aufgrund seines vollen Drehkalenders braucht Damian länger als die ehemaligen Studienkollegen. Trotzdem sieht er die Schauspielerei nicht zwangsläufig als endgültigen Lebensweg. Im Interview mit dem Kurier macht er klar, dass er es auch für möglich hält, in Zukunft Vollzeit als Arzt zu arbeiten.
(ep)