Hervis soll verkauft werden
100 Filialen in Österreich
(21.01.2026) Der Sporthändler Hervis ist zurzeit noch ein Tochterunternehmen von Spar, doch das könnte sich bald ändern. Wie „derstandard.at“ berichtet, könnte schon nächste Woche eine Übereinkunft für einen Verkauf getroffen werden. Hervis dürfte laut gut informierten Quellen an Sven Voth gehen, einem Deutschen, der bereits die erfolgreiche Marke „Snipes“ gegründet hat.
Hervis schreibt rote Zahlen
54 Jahre lang war Spar der Eigentümer von Hervis. Doch der Sporthändler macht Verluste, auch wenn er einer der größten Anbieter in der Sportbranche Europas ist. Jetzt möchte offenbar Sven Voth die Marke übernehmen. 1998 gründete er die Marke „Snipes“, die er sehr erfolgreich vertreiben konnte. Voth hatte sich allerdings 2023 aus der Geschäftsführung der Marke zurückgezogen, da sich Deichmann seit 2011 daran beteiligte und mittlerweile alle Anteile des Unternehmens besitzt.
Keine Filialen in Osteuropa
Die Anzahl der Standorte für Hervis Filialen im Osten Europas sind in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen. Schon 2022 hat Spar sein Tochterunternehmen aus Tschechien zurückgezogen, auch in Ungarn und Rumänien sind sie verkauft worden. In Österreich gibt es derzeit knapp hundert Filialen, in fast jeder Bezirksstadt gibt es eine Hervis Filiale.
Gescheitertes Projekt
2025 gründete Voth die Marke Higgins, die sich ebenfalls auf Streetwear spezialisierte. Doch kurz vor Weihnachten musste die dafür gegründete Panthax GmbH Insolvenz anmelden, eine Fortführung wird es wohl nicht geben. Handelsexperten meinen, dass Voth für die Marke keine geeigneten Standorte wählte, und nachdem der große Marketingwirbel verpufft war, blieben die Umsätze aus. Die Investitionen und Fixkosten haben die Planung überschritten.
Hervis hat, wie viele andere Sportgeschäfte, aber auch mit dem Verkauf zu kämpfen. Auch bei Händlern wie Gigasport macht sich die Konkurrenz von Onlinehändlern bemerkbar. Rabattangebote ziehen den Verkauf zu anderen Händlern und viele sind bereits gut mit Fitnessausrüstung versorgt, deshalb bleiben Neuanschaffungen meist aus. 2024 schrieb Hervis einen Verlust von 43 Millionen Euro. Trotzdem möchte Voth den Sporthändler übernehmen. Eine Bestätigung von Spar gibt es dafür noch nicht. Eine Sprecherin wird zitiert mit den Worten: "Wir prüfen für Hervis derzeit mehrere Strategien und Optionen."
(ts)