Herzrhythmusstörungen
Fortschritte bei Therapie
(09.04.2026) Im März 2026 ist in Österreich erstmals ein minimal-invasiver Eingriff zur Behandlung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen durchgeführt worden. Dieser Eingriff ist an der Klinischen Abteilung für Kardiologie an der Uniklinik für Innere Medizin II gemeinsam mit der Uniklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie vom AKH Wien und der MedUni Wien ausgeführt worden und stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Therapie komplexer Herzrhythmusstörungen dar.
Meilenstein durch Kombination zweier Verfahren
Bei dem innovativen Verfahren werden zwei Eingriffe, die minimal-invasive Thorakoskopie und die katheterbasierte elektrophysiologische Ablation, miteinander verbunden. Genauer gesagt werden zwischen den Rippen minimale Schnitte gesetzt, durch die anschließend eine Kamera eingeführt wird. Durch diese Kamera erhält man direkten Zugang zu den obersten Schichten der Herzoberfläche (Thorakoskopie). Mit dieser Technik kann man die äußere Schicht des Herzens direkt behandeln.
In Kombination dazu wird per Kathetertechnik im Inneren des Herzens eine sogenannte Ablation, also eine Verödung gezielter, krankhafter Herzgewebestücke, durchgeführt. Genau diese krankhaften Gewebeteile sind der Auslöser der Herzrhythmusstörungen. Im Vergleich zu herkömmlichen chirurgischen Verfahren, wo der Brustkorb geöffnet werden muss, sei diese Methode deutlich schonender für Patient:innen.
So können auch Herzschichten erreicht werden, die mit konventionellen Katheterablationen nicht ausreichend behandelbar sind. Bislang unzugängliche Herzschichten könnten durch diesen hybriden Eingriff schonend, aber trotzdem effektiv behandelt werden, so Stefan Stojković von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II. Gemeinsam mit Emilio Osorio, von der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie und in Kooperation mit Bart Maesen von der Universität Maastricht führte Stojković den Eingriff durch.
(ap/hb)