Hipp-Erpresser: Ex-Mitarbeiter?
Verdächtiger in JA Eisenstadt
(04.05.2026) Der Verdächtige im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp ist nach seiner Festnahme am Samstag im Bundesland Salzburg in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht worden, hieß es am Montag aus der Landespolizeidirektion Burgenland. Dass es sich, wie die "Krone" berichtete, um einen ehemaligen Mitarbeiter der Firma handelt, bestätigte Polizeisprecher Helmut Marban auf APA-Anfrage nicht. Er verwies auf die laufenden Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat bereits einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Die Entscheidung darüber ist noch offen. Bei dem Verdächtigen soll es sich laut dem "Krone"-Bericht um einen ehemaligen Mitarbeiter der Hipp-Niederlassung in Gmunden handeln. Der 39-Jährige habe im Februar im Zuge einer Kündigungswelle den Job verloren und sich nun am Unternehmen rächen wollen. Auf die Spur gekommen sei man dem gebürtigen Slowaken durch Datenauswertungen aus der Erpresser-E-Mail, hieß es in dem Artikel. Die Polizei hielt sich dazu bedeckt und verwies auf die laufenden Ermittlungen.
Gutachten über Toxizität noch ausständig
Offen ist auch noch das Ergebnis des Gutachtens über die Toxizität der Rattengift-Menge, die im sichergestellten Hipp-Glas gefunden wurde. Es enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Hiervon hängt auch ab, was dem Mann schließlich vorgeworfen wird. Bis jetzt wurde gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden im April insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.
(apa/mc)