Hof-Käfig im Gefängnis?

NÖ: Wirbel im Strafvollzug

(11.03.2026) Ein Bericht der Zeitung „Heute“ sorgt derzeit für Aufregung im österreichischen Strafvollzug. Demnach soll in einer Justizanstalt in Niederösterreich ein metallener Käfig gebaut worden sein, in den eine psychisch auffällige Insassin gesperrt werden sollte. Das Vorhaben wurde laut Justizministerium jedoch noch vor einer Nutzung gestoppt.

Bericht: Käfig für schwierige Insassin geplant

Wie „Heute“ berichtet, soll die damalige interimistische Leiterin der Justizanstalt den Bau einer Metallkonstruktion angeordnet haben. Diese sei in der Anstalts-Schlosserei zusammengeschweißt worden und hätte dazu dienen sollen, eine als schwierig geltende Gefangene darin unterzubringen.

Der Bau soll laut Bericht bereits begonnen haben, bevor die zuständigen Stellen davon erfuhren.

Ministerium: Konstruktion nie im Einsatz

Das Justizministerium bestätigte gegenüber „Heute“, dass es eine entsprechende Konstruktion gegeben habe. Nach einer Prüfung durch die Generaldirektion für den Strafvollzug sei das Projekt jedoch sofort gestoppt worden. „Nach Prüfung durch die Generaldirektion am 5. September 2025 wurde die Konstruktion für ungeeignet befunden und unverzüglich abgebaut“, erklärte das Ministerium laut „Heute“. Demnach sei die Metallkonstruktion nie verwendet worden.

Fragen zum Vorfall bleiben offen

Warum die Konstruktion überhaupt geplant und gebaut wurde, blieb laut Bericht bislang unbeantwortet. Das Justizressort betonte lediglich, dass man für einen modernen, effektiven und humanen Strafvollzug stehe, bei dem der Mensch im Mittelpunkt stehe.

Kritik an Übergangsleiterin

Im Fokus der Diskussion steht nun die interimistische Anstaltsleiterin, die laut „Heute“ hinter dem Projekt gestanden haben soll. Sie ist derzeit auch die einzige Bewerberin für die dauerhaft ausgeschriebene Leitungsstelle. Bedienstete der Anstalt werfen ihr laut Bericht unter anderem fehlendes Fingerspitzengefühl, willkürliche Dienstzuteilungen und Benachteiligungen von Teilzeitkräften vor. Das Justizministerium widersprach zumindest einem Teil der Vorwürfe. Entscheidungen über Postenbesetzungen würden nach objektiven Kriterien und fachlicher Eignung getroffen.

Strafvollzug erneut in der Kritik

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Debatten rund um den österreichischen Strafvollzug ein. Immer wieder gibt es Berichte über schwierige Bedingungen in Haftanstalten, Personalmangel und den Umgang mit psychisch auffälligen Insassen. Ob der Fall weitere Konsequenzen haben wird, ist derzeit noch offen.

(fd/heute)

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