Inflation als große Sorge

EU-Wahlen und die Bürgerinnen

(29.04.2024) Was sind unsere größten Sorgen? Teurere Lebensmittel, rekordhohe Energiepreise und steigende Mieten - die Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union mussten in den vergangenen zwei Jahren tief in die Tasche greifen. Der Grund: die hohe Inflation. Mittlerweile hat sich die Lage wieder etwas entspannt, dennoch ist die Teuerung in Österreich höher als im Eurozonen-Schnitt. Nicht zuletzt deshalb spielt der Kampf gegen die Inflation bei den Europawahlen eine Rolle.

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Bei einer Inflation wird das Geld weniger wert. Das heißt, Menschen können weniger kaufen für das gleiche Geld. Unternehmen erhöhen etwa die Preise, wenn die Nachfrage am Markt höher ist als das Angebot oder die Rohstoffe für die Produktion teurer geworden sind. In den vergangenen zwei Jahren führten beispielsweise in Folge der Corona-Pandemie ausgelöste Lieferengpässe zu einem geringeren Angebot von Konsumgütern. Russlands Angriffskrieg in der Ukraine befeuerte aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise etwa für Gas die Inflation weiter. Hinzu kam noch eine expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB): Die niedrigen Zinsen stärkten die Nachfrage.

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Die hohe Inflation stellt für die Menschen eine massive Belastung im Alltag dar. Grundversorgungsmittel werden plötzlich zu Luxusgütern. In einem Preisvergleich stellte die Arbeiterkammer beispielsweise fest, dass ein Kilogramm Teebutter in Österreich im September 2021 konkret 5,98 Euro gekostet hatte, im Dezember 2022 lag der Preis bei 10,36 Euro. Die Inflationsrate gibt die Höhe des Preisanstiegs an. Die durchschnittliche Inflationsrate des harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI), der einen EU-Vergleich ermöglicht, betrug in Österreich 2021 2,8 Prozent (Eurozone: 2,6 Prozent), 2022 8,6 Prozent (Eurozone: 8,4 Prozent) und 2023 7,7 Prozent (Eurozone: 5,4 Prozent) - jeweils gegenüber dem Vorjahr. Die EZB strebt eine Preisstabilität bei zwei Prozent Inflation an.

In der Eurozone - also jenen Ländern, die den Euro als Währung haben - führten die Regierungen unterschiedliche Maßnahmen zur Abfederung der zeitweise auf Rekordhöhe gekletterten Inflation ein. In Österreich setzte die Bundesregierung vor allem auf einkommenswirksame Maßnahmen, wie beispielsweise Einmalzahlungen. Als preiswirksame Maßnahme kam hierzulande die sogenannte Strompreisbremse. Kritiker monierten unter anderem die hohen Staatsausgaben - laut dem Brüsseler Thinktank Bruegel mobilisierten nur drei EU-Staaten mehr Geld für den Kampf gegen die Teuerung als Österreich. Außerdem sollte die Regierung weniger Geld verteilen, ohne auf die soziale Situation der Bürgerinnen und Bürger zu achten. Die EZB beendete unterdessen im Juli 2022 die Jahre der Null- und Negativzinsen. Zehnmal in Folge schraubte die Notenbank die Zinsen nach oben. Aufgrund der dadurch gestiegenen Kreditraten sollte die Nachfrage gedrosselt werden.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage vom Dezember 2023 sehen fast die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher die Teuerung als "dringlichstes Problem" an - noch vor dem Thema Einwanderung. Zwar hat sich die Lage in der Europäischen Union bzw. Eurozone mittlerweile etwas entspannt, hierzulande war die Inflation dennoch zuletzt fast doppelt so hoch wie im Eurozonen-Schnitt. Leistbares Wohnen, niedrige Lebensmittel- und Energiepreise heften sich Parteien im EU-Wahlkampf auf die Fahnen. Rechte Parteien wettern zudem im Zusammenhang mit der hohen Inflation gegen die aufgrund des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen gegen Russland.

(fd/apa)

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