Inflation bei 7,5 %

Österreich weiter an der Spitze

(31.08.2023) Die Hoffnung auf eine erneut sinkende Inflationsrate ist mit der neuesten Schnellschätzung der Statistik Austria zunichte gemacht worden. So ist der Verbraucherpreisindex im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juli bedeutet das einen Anstieg um 0,4 Prozent, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Teuerung in Österreich liegt somit um gut 2 Punkte über jener im Euroraum, die laut Eurostat im August bei 5,3 Prozent verharrte.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat gab es ein Plus von 0,5 Prozent. "Der Anstieg geht vor allem darauf zurück, dass die Treibstoffpreise die Inflation weitaus weniger senken als in den Monaten davor", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas, "Die besonders hohen Anstiege der Preise im September und Oktober 2022 sprechen allerdings dafür, dass sich in den nächsten Monaten im Jahresvergleich der bisherige Trend zu sinkenden Inflationsraten fortsetzt", ergänzte Thomas.

Aber auch Wifo-Ökonom Josef Baumgartner rechnet nach dem aktuellen Anstieg mit einem Rückgang der Inflation: So gebe es vor allem in Ostösterreich einen Basiseffekt bei der Haushaltsenergie. Hier wurden im September 2022 die Preise hinaufgesetzt. Daher werde die Inflation im heurigen September um diesen Effekt bereinigt sein. Und im Oktober sei mit niedrigeren Preisen zu rechnen, ergänzte der Ökonom. Im vierten Quartal werde die Inflation bei 4,5 bis 5 Prozent und im Jahresdurchschnitt 2024 bei 3,8 Prozent liegen, so die Wifo-Prognose. In der folgenden Grafik zeigen wir dir anhand des Metaller-KV, wie die Löhne im Idealfall an die Inflation angepasst werden. Es sind nur bei weitem nicht alle Branchen so gut aufgestellt.

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) reagierte gelassen auf die im Monatsvergleich um 0,5 Prozentpunkte höhere Inflationsrate, obwohl die Teuerung beispielsweise in den Niederlanden mit 3,0 Prozent im August nicht einmal halb so hoch war wie jene in Österreich. Auch in Frankreich (5,7 Prozent) und Deutschland (6,1 Prozent) gibt es im August laut den dortigen Schnellschätzungen niedrigere Werte als in der Alpenrepublik. Auch die Löhne müssen besser an die Inflation angepasst werden, wie der ÖGB schreibt.

"Die Teuerung ist gegenüber dem Höhepunkt zum Jahreswechsel massiv gesunken und wird in den nächsten Monaten weiter spürbar zurückgehen", prognostizierte Brunner einmal mehr. "Die gestern (Mittwoch, Anm.) präsentierten Maßnahmen der Bundesregierung wie die Gebührenbremse oder die Mietpreisbremse werden dazu einen Beitrag leisten", so der Finanzminister in einer Stellungnahme. "Die Analyse der aktuellen Inflationszahl zeigt, dass sich die Preissituation auch in den kommenden Monaten weiter entspannt, aber vor allem statistische Effekte für einen leichten Anstieg der Zahl sorgen."

Andreas Babler

Dem entgegnete SPÖ-Chef Andreas Babler, dass die "monatelange Untätigkeit der türkis-grünen Regierung und die Weigerung von (ÖVP-Chef Bundeskanzler Karl, Anm.) Nehammer und (Grünen-Chef Vizekanzler Werner, Anm.) Kogler, in den radikalen Markt einzugreifen, Schuld an der höchsten Teuerung in Westeuropa" seien. "Statt die profitgetriebene Inflation zu stoppen, die Preise zu senken und Übergewinne von Konzernen abzuschöpfen, verharrt die Regierung in ihrer Zuschauerrolle und lässt unsere Leute im Stich", so der Oppositionspolitiker in einer Aussendung.

Herbert Kickl

Für den FPÖ-Chef Herbert Kickl ist laut einer Aussendung die Inflation der "in Zahlen gegossene Beweis dafür, dass Schwarz-Grün und die rot-pinken Mitbestandteile der Einheitspartei die Teuerungstreiber Nummer eins" seien. Massive Senkungen der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Energie und Treibstoffe sowie der Mineralölsteuer bis hin zu deren völligem Aussetzen seien längst überfällig.

Gerald Loacker

Anstatt "Menschen zu entlasten und Österreich voranzubringen" beweise die neuste Schnellschätzung, dass die Bundesregierung im Kampf gegen die Inflation nicht vom Fleck komme, so NEOS-Wirtschaftssprecher Gerald Loacker in einer Stellungnahme. Er ortet ein "Schönreden" bei den beiden Regierungsparteien. "ÖVP und Grüne verschließen die Augen vor der Tatsache, dass sich Österreich im Spitzenfeld der Länder mit der höchsten Inflation bewegt." Schuld daran sei die türkis-grüne Gießkanne. Es brauche Steuer- und Lohnnebenkostensenkungen.

(fd/apa)

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