Inflation sinkt unter 10%

Ö. teurer als der EU-Schnitt

(19.04.2023) Das sind gute Nachrichten und schlechte zugleich. Die Teuerung ist in Österreich im März wieder unter die 10-Prozent-Marke gefallen. Treibstoff- und Heizölpreise sind kräftig zurückgegangen und haben die Inflation auf 9,2 Prozent gedrückt, wie die Statistik Austria heute bekannt gegeben hat. Im Februar hat die Teuerung noch 10,9 Prozent betragen, im Jänner 11,2 Prozent.

"Lebensmittel haben sich im März 2023 weniger stark verteuert als im Februar, in der Gastronomie blieben die Preissteigerungen hingegen nahezu unverändert hoch", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Bewirtungsdienstleistungen verteuerten sich im März gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 13,7 Prozent.

Gastro an Teuerung schuld

Die im Vergleich zu Deutschland und anderen Euro-Ländern hohe Teuerung in Österreich liege vor allem an der Gastronomie, hatte der interimistische IHS-Chef Klaus Neusser am Dienstag eingeräumt. Die Warenkorbgewichtung im Verbraucherpreisindex für Restaurantausgaben sei in Deutschland "wesentlich niedriger" als hierzulande und die Gastro-Preissteigerungen in Österreich "wesentlich höher".

Mario Pulker, oberster Vertreter der Gastronomie in der Wirtschaftskammer, verteidigt seine Branche. Allein für die Löhne und Gehälter ihrer Beschäftigten müssten die Wirte ab Mai um 10 Prozent mehr berappen. "Das muss man erst einmal in den Kosten unterbringen. Wer darüber klagt, dass wir zu teuer sind, sollte nicht ständig höhere Gehälter fordern", sagte Pulker heute laut "Standard". Eine vernünftige Preisanpassung sei durch massive Konkurrenz über Jahrzehnte verhindert worden. "In Europa lässt sich in keinem anderen Land zu diesen Preisen in vergleichbarer Qualität essen. Da fährt die Eisenbahn drüber. In Österreich jedoch darf Dienstleistung offenbar weiterhin nichts kosten", so Pulker.

Etwas entspannt hat sich die Preissituation in den Supermärkten. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verzeichneten durchschnittliche Teuerungen von 14,5 Prozent und stiegen damit weniger stark als im Februar (16,2 Prozent). Fleisch, aber auch Milch, Käse und Eier verzeichneten weniger kräftige Teuerungen als im Monat davor. Insgesamt kostete der tägliche Einkauf aber im Schnitt um 14 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der wöchentliche Einkauf, der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich aber nur um 5,9 Prozent, was insbesondere auf Preissenkungen bei Sprit zurückzuführen war.

Treibstoffe

Diesel vergünstigte sich im März gegenüber März 2022 um 9 Prozent, Superbenzin um 9,6 Prozent. Heizöl verbilligte sich um 19 Prozent. "Ohne Verbilligungen für Treibstoffe und Heizöl läge die Inflation bei 9,7 Prozent", so die Statistik Austria. Strom, bei dem auch die Strompreisbremse, der NÖ-Rabatt sowie der Netzkostenzuschuss für GIS-befreite Haushalte insgesamt stark dämpfend wirkte, erwies sich im März mit +0,3 Prozent als nahezu preisstabil. Die Gaspreise stiegen mit 61,5 Prozent etwas weniger kräftig als im Februar (63,5 Prozent). Die Fernwärmepreise stiegen wie im Februar um 89,2 Prozent.

Mieten

Die Mieten (inkl. Neuvermietungen) stiegen im März im Jahresvergleich um 6,6 Prozent. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich im Schnitt um 16,7 Prozent, wofür vor allem die Materialkosten (+19,1 Prozent) verantwortlich waren. Deutlich teurer wurden auch Flugtickets (+50,6 Prozent) und gebrauchte Kraftwagen (+17,4 Prozent).

Eurozone

Die für Eurozonen-Vergleiche ermittelte Harmonisierte Inflationsrate (HVPI) für Österreich betrug im März ebenfalls 9,2 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eigentlich eine Inflation von 2 Prozent als Optimalwert für die Wirtschaft im Euroraum an. Gegenüber dem Vormonat Februar ist die Inflation um 0,5 Prozent gestiegen. Als Hauptpreistreiber erwiesen sich laut Statistik Austria Bekleidungsartikel, die sich um fast 11 Prozent verteuerten. Hauptverantwortlich dafür sei der Wechsel auf die aktuellen Frühjahrs- und Sommerkollektionen gewesen. Hauptpreisdämpfer im Vergleich zum Vormonat war Haushaltsenergie, die sich im Schnitt um 4,3 Prozent verbilligte.

(fd/apa)

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