Inflation steigt wieder

Mittelstand schon betroffen

(02.05.2023) Die Spirale dreht sich weiter! Die Teuerung in Österreich hat sich im April beschleunigt und liegt deutlich über der Inflation in Deutschland und in der Eurozone. Laut einer vorläufigen Schätzung der Statistik Austria waren die Verbraucherpreise im April um 9,8 Prozent höher als vor einem Jahr und um 0,8 Prozent höher als im März. In der Eurozone war die Teuerungsrate mit 7,0 Prozent deutlich geringer als in Österreich, und auch in Deutschland stiegen die Preise mit 7,2 Prozent weniger stark.

Die überbordende Teuerung hat vielfach Mehrausgaben von mehreren Hundert Euro pro Monat ausgelöst. Bei den Schuldenberatungsstellen stiegen die Erstkontakte 2022 um 10 Prozent, wie der aktuelle Schuldenreport zeigt. Die Überschuldung betrug im Schnitt 61.430 Euro. Betroffen sind nicht nur einkommensschwache Menschen. "Die Überschuldung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", so der Chef der ASB Schuldnerberatungen GmbH, Clemens Mitterlehner, in einer Pressekonferenz.

"Menschen sagen immer öfter: 'Ich habe eigentlich keinen Fehler gemacht und trotzdem bin ich in der Schuldenberatung", berichtete der asb-Geschäftsführer heute vor Journalisten in Wien. Die Zahl der Erstberatungen im ersten Quartal 2023 ging seinen Angaben zufolge weit über das Niveau im abgelaufenen Jahr hinaus. "Durch die gestiegenen Kosten und erhöhten Kreditzinsen kann es mittlerweile finanziell auch für jene eng werden, die sich das Leben bisher gut leisten konnten", strich Mitterlehner hervor.

Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) verteidigte die bisher gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zur finanziellen Abfederung der extrem hohen Inflation. "Es ging darum, rasch zu handeln", hielt er der Kritik entgegen, dass diverse Einmalzahlungen an alle Haushalte nach dem Gießkannenprinzip nicht "sozial treffsicher" genug gewesen sein. Insgesamt seien dafür bisher 30 Mrd. Euro aufgewendet worden. "Hätten wir das nicht gemacht, würde sich die soziale Situation deutlich anders darstellen", so der Minister.

Privatkonkurse steigen

Die Zahl der eröffneten Privatkonkurse ging 2022 laut Schuldenreport gegenüber dem Jahr davor um 13,5 Prozent auf 8.176 nach oben, die Schuldenberatungen begleiteten 71 Prozent davon. Die Tendenz bei den Zahlungsausfällen ist weiter steigend. "Ein erster Anstieg ist bereits jetzt zu verzeichnen, teilweise hatten Schuldenberatungen Anfang 2023 eine Verdoppelung der Erstberatungen im Vergleich zu Anfang 2022", berichtete Mitterlehner. Das Risiko für Überschuldung und Armut steige - die Situation überschuldeter Menschen werde durch die Inflation weiter verschärft. "Erfahrungsgemäß werden auch die massiven Teuerungen erst zeitversetzt in der Schuldenberatung so richtig spürbar werden", hielt der asb-Chef fest.

Großteil geht nur fürs Nötigste drauf

Menschen mit geringen Einkommen wenden laut Minister Rauch den Großteil ihres Haushaltseinkommens für Wohnen, Energie und Lebensmittel auf. Gerade in diesen Bereichen seien die Preise besonders stark gestiegen - oft wesentlich massiver als die Inflation. Im März lag der allgemeine Preisauftrieb beispielsweise bei 9,2 Prozent, Lebensmittel verteuerten sich aber um 14,5 Prozent. Das will sich der Sozialminister näher ansehen.

Lebensmittelgipfel

"Deshalb haben Werner Kogler (Vizekanzler und Grünen-Chef, Anm.) und ich einen Lebensmittelgipfel einberufen, um festzustellen, wie stellt sich die Situation dar", erklärte Rauch. Seine Vorstellungen werde er "nicht über die Medien ausrichten", sagte er auf Nachfrage zu handfesteren Details. "Zielsetzung muss sein, dass die Preise auf ein Niveau kommen, das darstellbar ist." Am 8. Mai sind Vertreter der Lebensmittelketten und der Landwirtschaft sowie Sozialpartner und Wirtschaftsforscher zu einem Gespräch gebeten, in dem über die hohen Preise beraten wird.

(fd/apa)

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