Integriert, aber Abschiebung?
Geschwister in Tirol
(31.03.2026) Das Geschwisterpaar Joseph und Victoria Oshakuade lebt seit acht Jahren in Tirol, hat dort maturiert, studiert und arbeitet. Die Asylanträge der beiden wurde dennoch abgelehnt. Jetzt soll sogar die Abschiebung drohen, obwohl es gerade aus der Politik Rückendeckung gibt.
Hochschülerschaft mit Brief
Die Mitstudierenden des 22-Jährigen Joseph wollen die Abschiebung von ihm und seiner Schwester nicht einfach so akzeptieren. Schon am Wochenende hatte die Hochschülerschaft am Management Center Innsbruck (MCI) mit einem offenen Brief an die Bundespolitik und den Bundespräsidenten um Unterstützung gebeten.
Die beiden Geschwister sollen aufgrund eines Termins mit Vertretern des BFA (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) nach Wien überstellt worden sein, um ihre Abschiebung vorzubereiten.
Unterstützung aus Politik
Nun meldeten sich einige politische Vertreterinnen und Vertreter und sprachen ihre Unterstützung aus. „Vorbildhafte Integration dürfe nicht bestraft werden“, meint beispielsweise SPÖ-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. Auch FPÖ-Landesparteichef Markus Abwerzger spricht angesichts der Situation des Geschwisterpaares von einem „tragischen Fall“. Er hoffe, „dass es noch einen anderen Weg gebe, etwa das humanitäre Bleiberecht“.
Dass Länder und Gemeinden bei der Verhängung des humanitären Bleiberechts wieder ein Mitspracherecht haben sollen, fordert Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan von den Grünen. Ein Landtagsantrag soll eine Wiedereinführung in Bewegung setzen. Seit 2014 haben Länder und Gemeinden in dieser Hinsicht kein Entscheidungsrecht mehr.
Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl argumentiert, dass es für die Geschwister bereits seit 2020 eine rechtskräftige Ausreiseverpflichtung gibt, der sie bis jetzt nicht nachgekommen sind. Alle Asylanträge seien abgewiesen worden, auch ein Antrag auf Erteilung eines „Aufenthaltstitels in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen“ wurde abgelehnt.
Termine nicht wahrgenommen
Zusätzlich sollen die Beiden mehrere Termine der nigerianischen Botschaft nicht wahrgenommen haben. Aufgrund dieser Tatsache mussten sich die Geschwister Mitte März verantworten, die Festnahme sei direkt nach dem Vorführtermin aufgehoben worden.
Beim Verfassungsgerichtshof liegt derzeit eine Beschwerde gegen die Abschiebung vor. Dennoch können die Geschwister jederzeit wieder festgenommen werden.
(sp)