Iran droht: Waffenruhe vor Aus
89 Tote nach Angriff im Libanon
(08.04.2026) Die Lage im Nahen Osten eskaliert erneut: Während Iran einen Ausstieg aus der Waffenruhe mit den USA prüft, meldet der Libanon nach massiven israelischen Luftangriffen Dutzende Tote und Hunderte Verletzte.
Iran stellt Waffenruhe infrage
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars erwägt Teheran, die erst kürzlich vereinbarte zweiwöchige Feuerpause mit den USA zu beenden. Auslöser sind die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon – den wichtigsten Verbündeten Irans in der Region.
Ein iranischer Militärvertreter droht zudem mit weiteren Angriffen und stellt sogar eine erneute Einschränkung der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz in den Raum – ein möglicher massiver Eingriff in den globalen Ölhandel.
Großangriff im Libanon: Mindestens 89 Tote
Parallel dazu verschärft sich die Lage vor Ort dramatisch: Israel hat laut eigenen Angaben den „größten koordinierten Angriff“ seit Beginn der aktuellen Eskalation durchgeführt.
- Mindestens 89 Tote
- Mehr als 700 Verletzte
- Menschen unter Trümmern verschüttet
Innerhalb von nur zehn Minuten sollen mehr als 100 Ziele angegriffen worden sein – darunter Kommandozentralen und Stützpunkte der Hisbollah. Rund 50 Kampfjets waren im Einsatz.
Chaos in Beirut – Kliniken am Limit
Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen in Beirut:
Menschen laufen panisch durch die Straßen, viele fliehen aus der Stadt. Krankenhäuser sind überlastet, das Rote Kreuz ist mit mehr als 100 Rettungswagen im Einsatz. Das Gesundheitsministerium ruft die Bevölkerung dazu auf, Straßen für Einsatzfahrzeuge freizuhalten.
Streit über Waffenruhe verschärft Konflikt
Im Zentrum der Eskalation steht die Frage, für wen die Waffenruhe überhaupt gilt:
- Iran und Pakistan sehen sie auch auf den Libanon ausgeweitet
- Israel widerspricht und setzt Angriffe gegen die Hisbollah fort
Israels Premier Benjamin Netanyahu betont, dass das Abkommen nur den Konflikt zwischen den USA und dem Iran betreffe.
Gegenseitige Vorwürfe
Beide Seiten werfen sich Verstöße vor:
- Israel beschuldigt Iran, weiterhin Angriffe zu unterstützen
- Iran sieht Israels Offensive als klaren Bruch der Vereinbarung
Ein iranischer Militärvertreter zweifelt zudem offen daran, ob die USA ihre Verbündeten kontrollieren können – oder die Angriffe stillschweigend dulden.
Auch Israel unter Beschuss
Trotz der Angriffe im Libanon steht auch Israel weiterhin unter Raketenbeschuss. Die Hisbollah hatte zunächst angekündigt, ihre Angriffe auszusetzen – die Lage bleibt jedoch unübersichtlich.
Die mögliche Eskalation hat auch globale Auswirkungen: Sollte Iran tatsächlich die Straße von Hormuz blockieren, könnten die zuletzt gesunkenen Öl- und Gaspreise rasch wieder steigen. Die Waffenruhe im Nahen Osten steht auf der Kippe. Massive Angriffe im Libanon, gegenseitige Vorwürfe und drohende Gegenmaßnahmen treiben die Situation weiter an. Für Europa und Österreich bedeutet das vor allem eines: Die Hoffnung auf stabile Energiepreise und Entspannung könnte sich schnell wieder zerschlagen.
(fd/apa)