Iran-Krieg macht uns ärmer
Budgetdefizit für Ö
(10.04.2026) Ökonome der Wirtschaftsinstitute Wifo und IHS legen Prognosen für die österreichische Wirtschaft vor. Die Erholung der heimischen Wirtschaft fällt dabei leider teilweise bzw. komplett ins Wasser und das Budgetdefizit für 2026 wird auf 4,1 bzw. 4,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geschätzt.
Zu Beginn dieses Jahres hat es noch vorsichtigen Optimismus für die österreichische Wirtschaft gegeben. Prognosen zeichneten einen Aufschwung ab, der unter anderem durch öffentliche Investitionspakete in Deutschland für positive Entwicklungen in Europa sorgte. Diese Hoffnung wurde jedoch durch den Krieg im Iran zunichtegemacht. Der verschlechtert nämlich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich, wirkt wie ein Bremsklotz auf die Konjunktur und macht die Welt und somit auch Österreich ärmer.
Die wirtschaftlichen Forschungsinstitute Wifo und IHS haben in ihren aktuellen Prognosen zwar unterschiedliche Szenarien berechnet, kommen aber letztendlich zu einem klar negativen Befund. Im wahrscheinlichsten der berechneten Szenarios des Wifo wird zwar angenommen, dass der Krieg im Iran bald endet, jedoch die Energiepreise über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben. Dadurch sinkt das erwartete Wirtschaftswachstum für Österreich auf nur noch 0,9 Prozent, nachdem zuvor noch 1,2 Prozent prognostiziert wurden. Das IHS zeigt sich noch pessimistischer und erwartet lediglich ein Wachstum von 0,5 Prozent. Insgesamt bedeutet das für Österreich einen erheblichen Wohlstandsverlust von etwa 1,6 bis 2,6 Milliarden Euro.
Weniger Konsum möglich
Gründe für diese Entwicklungen liegen vor allem in den gestiegenen Energiepreisen. Diese führen dazu, dass Haushalte mehr Geld für Energie ausgeben müssen und daher weniger konsumieren können. Gleichzeitig reagieren Unternehmen mit Zurückhaltung bei Investitionen, da die Unsicherheit steigt und die Kostenbelastung zunimmt. Auch der Staat trägt weniger zur wirtschaftlichen Dynamik bei, da er angesichts der angespannten Budgetlage einen Sparkurs verfolgt.
Sinkendes Realeinkommen
Ein weiteres Problem ist die Inflation, die sich als hartnäckiger erweist als ursprünglich geplant. Statt der angestrebten zwei Prozent liegt sie laut Prognosen zwischen etwa 2,7 und 2,9 Prozent. Diese Entwicklung führt dazu, dass die realen Einkommen der Bevölkerung sinken. Da viele Lohnabschlüsse nicht ausreichend an die Inflation angepasst wurden, müssen viele Beschäftigte mit Reallohnverlusten rechnen, was die Kaufkraft zusätzlich schwächt.
Auch für den Staatshaushalt bringt die Situation Herausforderungen mit sich. Das Budgetdefizit bleibt mit rund 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts relativ hoch, soll aber in den kommenden Jahren schrittweise sinken. Die Regierung steht vor der schwierigen Aufgabe, einerseits zu sparen und andererseits wichtige Investitionen zu ermöglichen.
(hb)