Jerry Springer ist tot

Berühmt und berüchtigt

(27.04.2023) Es war Rage-TV und es war äußerst beliebt! Der US-Moderator Jerry Springer ist tot. Springer, der fast 30 Jahre lang eine tägliche Talkshow voller Prügeleien, Pöbeleien und wüster Beschimpfungen unter den Gästen moderiert hatte und damit weltweit berühmt geworden war, sei im Alter von 79 Jahren gestorben, sagte seine Sprecherin Linda Shafran heute der Deutschen Presse-Agentur.

Der lokale TV-Sender WLWT5 zitierte eine Stellungnahme der Familie. Demnach starb der ehemalige Bürgermeister der Stadt Cincinnati am Donnerstag friedlich in seinem Haus in der Nähe der Metropole Chicago. Springer habe eine "kurze Krankheit" gehabt, sagte Jene Galvin, eine Freundin seiner Familie, in einer Mitteilung an das Magazin "People". "Jerrys Fähigkeit, sich mit Menschen zu verbinden, war der Kern seines Erfolgs (...). Er ist unersetzlich, und sein Verlust schmerzt immens, aber die Erinnerungen an seinen Intellekt, sein Herz und seinen Humor werden weiterleben."

Geboren wurde Gerald Norman "Jerry" Springer mitten im Zweiten Weltkrieg - im Februar 1944 in einem Bahnhof in London, als Sohn jüdischer Flüchtlinge, während eines Bombenangriffs der Nationalsozialisten. Einige Jahre später wanderte die Familie in die USA aus. Schon als Kind begann Springer, sich für Politik zu interessieren, und kandidierte für verschiedene Ämter, bevor er 1977 zum Bürgermeister von Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio gewählt wurde. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre lang als politischer Journalist in der Gegend.

1991 startete dann die "Jerry Springer Show" - und damit eine neue Ära des Trash-Fernsehens: Nie zuvor hatten sich Talkshow-Gäste vor laufender Kamera dermaßen wüst angepöbelt, gestritten und sogar geschlagen. Es ging vor allem um Beziehungsstreitereien, Eifersucht, Sexualität und außergewöhnliche Interessen. In Deutschland wurde Springer vor über 20 Jahren bekannt, nachdem ein in Florida lebender Deutscher seine Ex-Frau nach einem gemeinsamen Auftritt in der Springer-Show ermordet hatte. Wenige Stunden nach der Ausstrahlung der Sendung im Juli 2000 war die Leiche der Frau gefunden worden.

Die Show musste viel Kritik einstecken - hatte aber auch bis zu ihrer Einstellung 2018 viele Zuschauer und Fans. Springer selbst, der seit 1973 mit seiner Ehefrau Micki verheiratet war und eine Tochter hatte, hatte in Interviews immer wieder betont, dass er in der Show eigentlich wichtige Themen besprechen habe wollen und dass ihm vieles an der Sendung peinlich sei. Neben der "Springer Show" moderierte er danach noch weitere, spielte in mehreren Filmen mit, nahm an Entertainment-Sendungen wie "The Masked Singer" teil, schrieb Bücher - und dachte öffentlich über neue Bewerbungen für politische Ämter nach, entschied sich aber immer wieder dagegen.

Eigentlich sei er niemand besonderes gewesen, sagte Springer einmal in einem Interview. "Es gibt nichts, das ich habe, was man in die Talent-Kategorie verbuchen könnte." Er sei einfach ein "Trottel, der Glück gehabt hat".

(fd/apa)

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