Jugendbanden in Wien

Missbrauch, Überfälle etc. etc.

(06.09.2022) Schwer zu glauben, was junge Burschen so anrichten können. Zwei Jugendpräventionsbeamte der Polizeiinspektion Maroltingergasse in Wien-Ottakring haben nach monatelangen Ermittlungen drei Jugendbanden das Handwerk gelegt, die in Ottakring sowie Hernals für zahlreiche Straftaten verantwortlich sein sollen. Die Polizisten klärten dabei 110 Fakten von schweren Körperverletzungen über Raubüberfälle bis hin zu einem sexuellen Missbrauch von Unmündigen. 65 Verdächtige von zwölf bis 17 wurden ausgeforscht.

Umfeld U-3 Station

Ihre Arbeit an dem Fall nahmen Chefinspektor Manfred K. und Gruppeninspektor Richard G. im vergangenen Jänner auf. Sie hatten festgestellt, dass im Umfeld der U3-Station Ottakring und der S45-Station Hernals sowie in mehreren Parkanlagen der beiden Bezirke wie dem Wiesbergpark, dem Stöberpark oder dem Schuhmeierpark vermehrt Straftaten verübt wurden. Bezüglich dieser Orte häuften sich laut Polizeisprecherin Irina Steirer Beschwerden und Anzeigen.

Schwerpunktaktionen

Die Beamten fassten diese Anzeigen zusammen und führten an den Brennpunkten mit Unterstützung der ganzen Polizeiinspektion mehrere Schwerpunkte durch. Bei typischen Jugendtreffs führten sie Präventionsgespräche und stellten die Identitäten vieler Jugendlicher fest. Dabei kristallisierte sich heraus, dass es zwei Gruppierungen gab, bei denen ein 17-jähriger russischer Staatsbürger und ein 16-jähriger Syrer sehr oft an Straftaten beteiligt gewesen sein dürften. Die beiden Banden dürften unabhängig voneinander agiert haben. Im Zuge der weiteren Ermittlungen, unter anderem durch Fotos, klärten die Beamten die 110 Fakten.

Rädelsführer in U-Haft

Dabei wurden dem 17- und dem 16-Jährigen besonders viele Straftaten nachgewiesen. Beide wurden in Untersuchungshaft genommen. Neben den bereits erwähnten Taten geht es um Diebstähle, einen Einbruch, Nötigungen bzw. schwere Nötigungen, Sachbeschädigungen, Brandstiftungen, betrügerische Datenverarbeitungsmissbräuche und Straftaten nach dem Waffengesetz. Die Beamten forschten auch eine dritte Gruppe von Jugendlichen und Kindern aus. Diese Bande hatte sich offenbar auf das Aufbrechen von Zeitungskassen spezialisiert.

(fd/apa)

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