"Körberlgeld holt der Staat“

OMV-Chef für Steuersenkung

(14.03.2026) Die hohen Treibstoffpreise in Österreich sorgen weiterhin für politische Debatten. OMV-Chef Alfred Stern sieht die Hauptursache jedoch nicht bei den Mineralölkonzernen, sondern auf dem Weltmarkt – und bei den staatlichen Abgaben. Im Ö1-Interview „Journal zu Gast“ erklärte er am Samstag, dass eine Steuersenkung derzeit der einzige Weg wäre, Spritpreise spürbar zu senken, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Globale Öl-Knappheit treibt Spritpreise

Laut Stern befindet sich der Energiemarkt aktuell in einer außergewöhnlichen Situation. Durch geopolitische Konflikte – insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran und der Blockade der Straße von Hormus – fehle auf dem Weltmarkt derzeit ein erheblicher Teil der Energieversorgung. Nach Einschätzung des OMV-Chefs fehlen weltweit derzeit rund 20 Prozent des Öls und etwa 10 Prozent der Treibstoffe. Dadurch entstehe ein intensiver Wettbewerb um verfügbare Mengen. „Irgendjemand auf dieser Welt, der nicht bereit ist, die hohen Preise zu bezahlen, die wir in Europa und Österreich zahlen, der wird zu Fuß gehen“, sagte Stern.

Öl und Gas seien globale Märkte. Lieferungen würden dorthin gehen, wo der höchste Preis bezahlt werde. Stern verwies etwa auf Flüssiggasschiffe, die ihre Route kurzfristig ändern und statt nach Europa nach Asien fahren, wenn dort mehr bezahlt wird.

OMV weist Vorwurf hoher Gewinne zurück

Gleichzeitig wies Stern Kritik zurück, die OMV verdiene übermäßig an den hohen Preisen. Bei einem Liter Superbenzin für 1,70 Euro entfielen laut Stern 90 Cent auf Steuern und Abgaben.

Von den verbleibenden 80 Cent würden etwa 55 Cent allein für das Rohöl benötigt. Der OMV blieben somit etwa 25 Cent, um:

  • Rohöl weltweit einzukaufen
  • es nach Triest zu transportieren
  • über die 400 Kilometer lange Pipeline nach Schwechat zu pumpen
  • die Raffinerie zu betreiben
  • Tankstellen zu versorgen.

Das Körberlgeld holt sich der Staat“, sagte Stern und verwies auf die hohen Einnahmen der öffentlichen Hand.

Staat verdient laut OMV mehr als der Konzern

Die Zahlen zeigen laut Stern ebenfalls eine deutliche Diskrepanz:

  • OMV-Raffinerien: rund 1,1 Milliarden Euro operatives Ergebnis im Jahr 2025
  • Österreichischer Staat: rund 2,6 Milliarden Euro Einnahmen aus Treibstoffsteuern

Allein seit 2022 seien die Steuerleistungen der OMV deutlich gestiegen, unter anderem durch die CO₂-Abgabe, die rund 500 Millionen Euro ausmache.

Warnung vor Preisdeckel und staatlichen Eingriffen

Stern warnte gleichzeitig vor staatlichen Eingriffen in den Markt, etwa durch:

  • Preisdeckel an Tankstellen
  • Begrenzung der Margen von Mineralölkonzernen
  • Beschränkungen für Preiserhöhungen

Solche Maßnahmen könnten laut Stern zu Versorgungsengpässen führen.

„Wir können entweder ein billiges Produkt haben, das dann nicht verfügbar ist, oder wir bezahlen den Preis, um die Versorgungssicherheit zu garantieren“, sagte er.

Der OMV-Chef betonte, der teuerste Treibstoff sei letztlich jener, „den wir gar nicht haben“.

Politischer Streit über Spritpreise

Die Aussagen des OMV-Chefs lösen in Österreich unterschiedliche politische Reaktionen aus.

FPÖ fordert Steuersenkung

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sieht sich durch Stern bestätigt. Seine Partei fordert:

  • Abschaffung der CO₂-Steuer
  • deutliche Senkung der Mineralölsteuer
  • niedrigere Mehrwertsteuer auf Treibstoffe

Das würde laut FPÖ die Bevölkerung rasch entlasten und die Inflation bremsen.

SPÖ fordert Spritpreisbremse

Ganz anders argumentiert die SPÖ. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim kritisierte, Ölkonzerne dürften nicht von der Krise profitieren.

Die Regierung arbeite daher an einem Gesetzespaket gegen steigende Energiepreise. Die von Vizekanzler Andreas Babler vorgeschlagene Spritpreisbremse soll laut SPÖ:

  • leistbare Preise sichern
  • Versorgung garantieren
  • übermäßige Gewinne der Ölkonzerne begrenzen.

Unsichere Energieversorgung bleibt Thema

Angesichts der geopolitischen Lage wollte Stern für den Rest des Jahres keine vollständige Versorgungsgarantie geben. Bereits jetzt habe es vereinzelt Tankstellen in Österreich gegeben, die zeitweise nicht ausreichend Treibstoff hatten. Die OMV sehe ihre wichtigste Aufgabe weiterhin darin, die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, so Stern.

(fd/apa)

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