Kaum Väter gehen in Karenz

Männer nur neun Tage zu Hause

(12.02.2026) Nach der Geburt des ersten Kindes nehmen viele Mütter die Möglichkeit der bezahlten Elternkarenz wahr und bleiben durchschnittlich 416 Tage zu Hause. Bei Vätern ist das anders, das zeigt jetzt eine Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Männer bleiben im Schnitt nur neun Tage zu Hause, danach geht es wieder normal in die Arbeit.

Im Fachjournal "Comparative Population Studies" berichten Forscherinnen der ÖWA anhand eines neuen Datensatzes, dass auch hochqualifizierte Mütter für längere Zeit nach der Geburt eines Kindes unterbrechen. Für Männer hat Vaterschaft kaum Auswirkungen auf ihren Erwerbsverlauf, unabhängig von ihren Qualifikationen. Die Studie wurde in 31 Staaten durchgeführt. Aus Österreich wurden dafür Daten von 5.130 in Österreich lebenden Personen der Geburtsjahrgänge von 1942 bis 1997 und die täglichen Erwerbsverläufe zwischen 2009 und 2022 analysiert.

Qualifizierung bei Müttern eher relevant

Viele Mütter bleiben auch über die Dauer der bezahlten Karenz zu Hause. Sonja Spitzer vom Institut für Demographie der ÖAW erklärt, dass geringer qualifizierte Mütter besonders lange außerhalb des Arbeitsmarktes bleiben. Höher qualifizierte Frauen kommen zwar schneller wieder in das Arbeitsleben zurück, doch auch bei ihnen ist der Einstieg oft mit langen Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitarbeit verbunden. Sie hätten auch häufiger die Bildungskarenz genutzt, um länger mit ihrem Kind zu Hause zu bleiben.

Väter hingegen merken nach der Geburt eines Kindes oft keinen Unterschied in Bezug auf ihre Erwerbstätigkeit. Kompetenzunterschiede spielen eine eher geringe Rolle, denn auch hoch qualifizierte Männer nehmen laut der Studie die Elternkarenz nur eher selten in Anspruch. Im Schnitt bleiben sie zwölf Tage in bezahlter Elternkarenz. Bei geringer qualifizierten Männern sind es sogar nur vier.

Gefestigte Tradition

Die beobachteten Muster zeigen sich konsistent über verschiedene soziale Gruppen, auch unabhängig von Bildungsniveau, Migrationshintergrund oder dem Wohnort. Die Forscherinnen der Studie betonen, dass großzügige Karenzregelungen zwar finanzielle Flexibilität und Absicherung für Familien sein können, dass dadurch aber auch die traditionelle Arbeitsteilung wieder verfestigt wird. Solange gesellschaftliche Normen Mütter länger aus dem Beruf drängt, werden auch großzügige Karenzregelungen keine Lösung für den Fachkräftemangel sein. Zuerst müsse es Neuverteilungen der Care-Arbeit geben und über Väterbeteiligung sowie frühkindliche Betreuung gesprochen werden.

(APA/ts)

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