Kein Geld fürs Essen?

Österreich muss sparen

(26.03.2024) 28 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher geben an, in den vergangenen zwölf Monaten Einkommensverluste erlitten zu haben. Das geht aus einer am Dienstag publizierten Erhebung der Statistik Austria zu den sozialen Krisenfolgen im vierten Quartal 2023 hervor. Im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres ist der Anteil um sieben, Prozentpunkte gesunken. Eine Belastung stellt oft der Einkauf von Lebensmitteln dar. Mehr als 30 Prozent müssen sich hier einschränken.

"Nach den zahlreichen Krisen der letzten Jahre hat sich die Stimmung der Menschen in Österreich zum Jahresende 2023 etwas aufgehellt", befand der Generaldirektor der Statistik Austria, Tobias Thomas. Die wahrgenommenen Einkommensverluste seien rückläufig, sowohl im Vergleich zum Jahresende 2022 als auch zum dritten Quartal 2023. Zudem würden immer mehr Menschen eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage erwarten. 22 Prozent rechneten demnach mit steigenden Einkommen. Ende 2022 waren es nur 17 Prozent gewesen.

Die Daten zur Ernährungsarmut wurden laut Statistik Austria erstmalig erhoben. 29 Prozent gaben an, dass sich ihr Haushalt zwar ausreichend, aber nicht immer die gewünschten Lebensmittel kaufen kann. Für rund drei Prozent war die Situation dramatischer: Die Betroffenen konnten sich in den vergangenen Monaten oft oder zumindest manchmal nicht genügend zu essen leisten.

Wohn- und Energiekosten problematisch

Wohn- und Energiekosten machten ebenfalls zu schaffen. Sie stellten für rund 20 Prozent eine schwere finanzielle Belastung dar, wobei sich laut Statistik Austria zumindest eine leichte Entspannung im Vergleich zum Vorjahr zeigte. 17 Prozent der 18- bis 74-Jährigen erwarteten in den kommenden drei Monaten Zahlungsschwierigkeiten bei Wohnkosten wie Miete, Wohnkredit, Wohnnebenkosten oder Betriebskosten. Dieser Anteil ist seit dem Vorjahr zurückgegangen und hat sich seit dem Vorquartal stabilisiert.

Inflation

Weiterhin wird die hohe Inflation als wichtigste Ursache für die wahrgenommenen Einkommensverluste genannt. Der Anteil der Bevölkerung, der Schwierigkeiten hatte, mit dem laufenden Einkommen auszukommen, ist im vierten Quartal 2023 mit rund 16 Prozent stabil geblieben. Die bereits neunte unter dem Titel "So geht's uns heute" firmierende Datenerhebung fand im November und Dezember 2023 statt. Rund 3.200 Personen zwischen 18 und 74 Jahren haben daran teilgenommen.

Sozialminister Johannes Rauch

Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) zeigte sich in einer der APA übermittelten Reaktion zufrieden. Praktisch alle Parameter würden seit dem Höhepunkt der Inflation vor gut einem Jahr eine konstant positive Entwicklung zeigen. Die Zahl der Menschen mit Einkommensverlusten sei deutlich gesunken, die Zukunftserwartungen hätten sich verbessert und die Belastungen durch Wohnkosten seien geringer geworden. "Die Auswirkungen der hohen Inflation sind für viele Menschen nach wie vor eine große Herausforderung. Doch in allen wichtigen Punkten zeigt sich: Die umfassenden Maßnahmen der Bundesregierung wirken. Die Entwicklung ist insgesamt positiv", konstatierte Rauch.

Ernährungsarmut und Kinder

Die Ernährungsarmut erachtet auch der Sozialminister als äußerst problematisch, wie er betonte. "Dass Menschen in einem reichen Land wie Österreich hungrig bleiben, ist für mich völlig inakzeptabel", versicherte Rauch. Wesentlichen Anteil daran habe die Reform der Sozialhilfe unter der türkis-blauen Bundesregierung im Jahr 2019. Bis heute würden vor allem in schwarz-blau regierten Bundesländern nicht einmal die bestehenden Möglichkeiten genützt, um Menschen in Armut mit dem Nötigsten zu versorgen, kritisierte er. "Die nächste Bundesregierung wird das soziale Netz grundlegend neu gestalten müssen. Wichtigstes Instrument ist dabei sicher eine Kindergrundsicherung, damit kein Kind in Armut aufwächst", zeigte sich Rauch überzeugt.

(fd/apa)

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