Kein SPÖ Führungswechsel

Kern tritt nicht gegen Babler an

(11.02.2026) Die wochenlange Spekulation ist beendet: Christian Kern wird SPÖ-Chef Andreas Babler nicht herausfordern. Der frühere Bundeskanzler hat sich gegen eine Kandidatur am Parteitag am 7. März in Wien entschieden. Der erwartete Paukenschlag bleibt damit aus.

Trotz Zuspruch: Kein Comeback-Versuch

Wie aus Parteikreisen verlautet, hatte Kern zuletzt erheblichen Zuspruch – unter anderem von mehreren SPÖ-Landeschefs sowie ehemaligen roten Kanzlern. Sogar Räume für eine Pressekonferenz in Wien waren demnach bereits angedacht, ein Konzept für eine mögliche Übernahme der Partei lag fertig vor.

Am Ende entschied sich der Ex-Kanzler jedoch gegen den Antritt.

Ausschlaggebend dürfte auch die Haltung der Wiener SPÖ gewesen sein. In Gesprächen – unter anderem mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig – wurde offenbar klar: Aktive Unterstützung aus Wien wäre nicht garantiert gewesen. Ohne die starke Wiener Parteiorganisation erschien das Risiko einer Niederlage zu hoch.

Kern: Keine weitere Führungsdiskussion

In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte Kern nun offiziell seinen Verzicht.

„Ich habe kein Interesse an einer fortgesetzten Führungsdiskussion in der SPÖ und werde auch am Parteitag nicht kandidieren.“

Er betont, dass die SPÖ vor großen Herausforderungen stehe – wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Das politische Zentrum liefere derzeit nur begrenzt Antworten auf die Sorgen der Bevölkerung. Kern spricht von wachsender Verunsicherung im Land und warnt vor einer Politik im „Trump-Stil“. Gleichzeitig ruft er dazu auf, die Regierungsarbeit konstruktiv zu unterstützen.

„Mein Resümee ist, dass es die beste Option ist, die Arbeit der Bundesregierung konstruktiv zu unterstützen.“

Kritik an Indiskretionen

Deutlich wurde Kern auch in Richtung parteiinterner Leaks. Gesprächsinhalte seien „absichtsvoll der Presse zugesteckt“ worden – das habe ihn an den Wahlkampf 2017 erinnert. Diese Indiskretionen hätten seine Befürchtungen bestätigt, dass sich vieles wiederholen könnte, so der Ex-Kanzler.

Babler bleibt ohne Gegenkandidaten

Mit Kerns Verzicht ist klar: Andreas Babler wird am Parteitag ohne prominente interne Herausforderung antreten. Die zuvor aufgeflammte Führungsdebatte in der SPÖ dürfte damit vorerst beendet sein. Ob damit auch die parteiinternen Spannungen endgültig beigelegt sind, bleibt allerdings offen.

(fd/apa)

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