Kongo: CO₂ Speicher Leck

Seen setzen altes CO₂ frei!

(23.02.2026) Ein bedeutender Kohlenstoffspeicher im Kongobecken könnte weniger stabil sein als bisher angenommen. Eine neue Studie der ETH Zürich, veröffentlicht im Fachjournal Nature Geoscience, zeigt: Seen in Zentralafrika setzen große Mengen uralten Kohlenstoffs als CO₂ frei. Forschende sprechen von einem möglichen „Leck“ im global wichtigen Speicher.

Kongobecken als Schlüssel im globalen Kohlenstoffkreislauf

Die riesigen Sumpf- und Torfgebiete im Kongo spielen eine zentrale Rolle für das Weltklima. Obwohl sie nur rund 0,3 Prozent der globalen Landfläche bedecken, speichern sie etwa ein Drittel des gesamten Kohlenstoffs in tropischen Torfgebieten. Bislang galt dieser Speicher als langfristig stabil gebunden.

Im Fokus der Untersuchung standen der Lac Mai Ndombe, der größte Schwarzwassersee Afrikas – etwa viermal so groß wie der Bodensee – sowie der kleinere Lac Tumba.

Uralter Torf als Quelle für CO₂-Emissionen

Die Forschenden stellten fest, dass beide Seen erhebliche Mengen CO₂ in die Atmosphäre abgeben. Überraschend: Bis zu 40 Prozent des freigesetzten Kohlenstoffs stammen nicht aus frischer Pflanzenmasse, sondern aus jahrtausendealtem Torf, der sich in den umliegenden Sümpfen gebildet hat. Damit widersprechen die Ergebnisse bisherigen Annahmen der Klimaforschung, wonach der im Torf gespeicherte Kohlenstoff über sehr lange Zeiträume stabil bleibt.

Noch ungeklärt ist, wie genau der alte Kohlenstoff mobilisiert wird und auf welchen Wegen er in die Seen gelangt. Die Forschenden wollen nun untersuchen, ob es sich um ein natürliches Gleichgewicht handelt – oder ob eine Destabilisierung des Ökosystems im Kongobecken vorliegt.

Klimawandel als möglicher Verstärker

Experten sehen mögliche Zusammenhänge mit dem Klimawandel und veränderter Landnutzung. Längere Trockenperioden oder Abholzung könnten dazu führen, dass mehr Sauerstoff in die Torfschichten eindringt. Dadurch wird der mikrobiologische Abbau beschleunigt – und die Freisetzung von CO₂ steigt. Sollte sich der Prozess verstärken, könnte das erhebliche Auswirkungen auf den globalen Kohlenstoffkreislauf und damit auf das Weltklima haben.

(fd/apa)

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