Kriminalstatistik Österreich

Illegaler Sex im Netz

(25.03.2024) Die Kriminalität nimmt in Österreich weiter zu, wie bei einer Pressekonferenz mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am heutigen Montag bekannt gegeben worden ist. Im Vergleich zum Jahr 2022 gab es um acht Prozent bzw. um 39.061 mehr Anzeigen. Hauptverantwortlich für den Anstieg sind vor allem Eigentumsdelikte wie Einbrüche, Wirtschafts- sowie Internetkriminalität. Deutlich zeigte sich, dass rund 12,5 Prozent aller Delikte bereits im Netz stattfinden. Das Innenministerium hat einen Anstieg von knapp neun Prozent bei Fällen nach Paragraf 207a StGB wegen "bildlicher sexual bezogener Darstellungen Minderjähriger" registriert.

Das bedeutet, dass neben klassischen Wirtschaftsdelikten wie Betrug auch klassische Gewaltdelikte wie gefährliche Drohung oder Erpressung über das Internet durchgeführt werden bzw. Bezug dazu haben. 34.069 Anzeigen betrafen betrügerische Aktivitäten im Netz, 17.154 den betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch, 3.891 die Erpressung und 2.245 bildliche Darstellung von Kindesmissbrauch bzw. sexualbezogene Darstellungen von Minderjährigen. "Der Trend bei der Internetkriminalität setzt sich fort", betonte Karner. "Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft nehmen wir auch eine Virtualisierung aller Deliktsbereiche wahr", sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf. Insgesamt verzeichnete die Polizei 2023 eine Steigerung von mehr als neun Prozent bei Internetkriminalität.

Ebenfalls zugenommen haben auch "klassische Delikte" wie Ladendiebstahl oder die Diebstähle mit gestohlenen Bankomatkarten. Karner appellierte in diesem Zusammenhang an die Bevölkerung ein besonderes Auge auf Kredit- und NFC-Karten zu werfen. Banküberfälle wurden im Jahr 2023 kaum noch verübt, im vergangenen Jahr wurden neun Coups durchgeführt. "Vor zehn Jahren gab es noch 80 Überfälle pro Jahr", betonte Karner. Einen Rückgang gab es 2023 auch bei der Schlepperkriminalität, was das Innenministerium auf den Einsatz verschiedenster Maßnahmen wie etwa die "Operation Fox" zurückführt. Bei der Aktion waren österreichische Polizisten in Ungarn in Kooperation mit den dortigen Behörden im Einsatz. Mit 4.704 Anzeigen wegen Schlepperei im Jahr 2023 ist die Zahl im Vergleich zu 9.186 Anzeigen im Jahr 2022 fast um die Hälfte zurückgegangen.

Insgesamt gab es laut Karner im Jahr 2023 528.010 polizeiliche Anzeigen, die Kriminalität ist damit auf ein etwas höheres Niveau geklettert als im Jahr 2019 vor Beginn der Pandemie. Damals registrierte die Polizei insgesamt 488.912 Anzeigen. Die Aufklärungsquote lag 2022 bei rund 52,3 Prozent (276.043 Anzeigen). "Mehr als jeder zweite Fall wurde aufgeklärt", so Ruf. Man habe damit die Quote aus dem Vorjahr nicht nur halten, sondern 20.867 Fälle und damit mehr als neun Prozent aufgeklärt, unterstrich, Ruf.

5 Bereiche

Die größten Bereiche in der Kriminalitätsstatistik 2022 teilen sich in fünf Felder auf: Am häufigsten wurden 2023 wegen Eigentumsdelikten Anzeige erstattet, nämlich 162.242 Mal. Danach folgt schon die Wirtschaftskriminalität mit 103.330 Delikte. Gewaltdelikte wurden im vergangenen Jahr 85.374 Mal angezeigt. Die Internetkriminalität hat 65.864 Anzeigen nach sich geführt und die organisierte Kriminalität 40.333 Anzeigen.

Fünf-Punkte-Maßnahmenpaket

Der Innenminister präsentierte ein Fünf-Punkte-Maßnahmenpaket, das sich aus den nun präsentierten Zahlen ableiten lasse. Der erste Punkt betrifft die konsequente Umsetzung der Kriminaldienstreform mit dem Schwerpunkt Cybercrime, die im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben wurde. Das bedeute 38 neue Kriminalassistenzdienstellen in allen Regionen Österreichs mit mehr als 700 zusätzlichen Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren, skizzierte Karner. Der Druck auf die Schleppermafia betreffe den zweiten Punkt. "Die Schlepper machen einen Bogen um Österreich", meinte der Minister. Der dritte Punkt betreffe die Jugendkriminalität, wie etwa die Etablierung einer entsprechenden Einsatzgruppe. Dabei werden in diesem Zusammenhang auch weiter Diskussionen über die Strafmündigkeit und Waffenverbote geführt, kündigte Karner an. Beim viertem Punkt Einbruchskriminalität werde es in Zukunft mehr Schwerpunkteinsätze in diesem Bereich geben. Der fünfte Punkt betreffe das Thema Ausländerkriminalität. "Es gibt bestimmte Nationalitäten, die auffällig sind, und es ist auch notwendig, hier Schwerpunktmaßnahmen zu setzen", sagte Karner.

(fd/apa)

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