Kritik: Hormuz früher sichern?
Frieden? Wann immer Trump will
(11.03.2026) Der Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel spitzt sich weiter zu. Irans Militärführung drohte nun offen, den Öltransport durch die Straße von Hormuz zu stoppen. „Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormuz transportiert wird“, erklärte ein Sprecher des iranischen Hauptquartiers Khatam al-Anbiya.
© APA | ISW/IMF
Straße von Hormuz
Die strategisch wichtige Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und gilt als wichtigstes Nadelöhr des globalen Energiemarkts. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls passieren täglich diese Passage. Iran warnte zudem vor einem drastischen Preisschock: Sollte die Region weiter destabilisiert werden, müsse man mit Ölpreisen von bis zu 200 Dollar pro Barrel rechnen.
Frachtschiffe unter Beschuss
Die Lage in der Region bleibt hochgefährlich. Laut britischer Behörde für maritime Sicherheit wurden mehrere Handelsschiffe im Persischen Golf und nahe der Straße von Hormuz von Geschossen getroffen.
Betroffen waren unter anderem
- der thailändische Massengutfrachter „Mayuree Naree“,
- das japanische Containerschiff „One Majesty“
- sowie der Frachter „Star Gwyneth“ unter Flagge der Marshallinseln.
Alle drei Schiffe wurden beschädigt, nachdem sie von Projektilen getroffen worden waren. Sicherheitsfirmen vermuten iranische Angriffe.
Handelsschifffahrt nahezu zum Stillstand gekommen
Seit Beginn des Krieges vor rund eineinhalb Wochen ist die Handelsschifffahrt im Persischen Golf massiv eingeschränkt. Viele Reedereien vermeiden die Region aus Angst vor Drohnen-, Raketen- oder Minenangriffen.
Experten warnen, dass eine längere Blockade der Passage massive Folgen für Energiepreise und Weltwirtschaft haben könnte. Schon die Drohung einer Sperre lässt Ölpreise und Transportkosten steigen.
Kritik: Straße von Hormuz hätte gesichert werden müssen
Sicherheitsexperten kritisieren inzwischen, dass die strategisch wichtigste Ölroute der Welt nicht bereits vor den Angriffen militärisch gesichert wurde. Durch die enge Meerenge fließen täglich Millionen Barrel Rohöl – eine Blockade könnte die globale Energieversorgung massiv erschüttern.
Tatsächlich diskutiert das US-Militär inzwischen Maßnahmen, um die Passage offen zu halten und Tanker notfalls durch Marine-Eskorten zu schützen.
Trump: Krieg könnte schnell beendet werden
US-Präsident Donald Trump betonte zuletzt mehrfach, der Konflikt könne rasch enden. Er erklärte, der militärische Einsatz gegen Iran sei im Grunde bereits „fast abgeschlossen“ und solle kein langfristiger Krieg werden.
Gleichzeitig drohte er Teheran mit massiven Konsequenzen, falls der Iran versuchen sollte, die Straße von Hormuz mit Minen zu blockieren. US-Truppen hätten bereits mehrere iranische Boote zerstört, die angeblich Minen legen wollten.
Damit bleibt die Meerenge im Persischen Golf ein geopolitischer Brennpunkt, von dessen Sicherheit ein erheblicher Teil der weltweiten Energieversorgung abhängt.
(fd/apa)