Keine Sonntagsöffnung?

Neues Gesetz in Kroatien

(30.06.2023) In Kroatien tritt mit 1. Juli das Sonntagsöffnungsverbot für Geschäfte in Kraft. Demnach werden die Geschäfte nur noch 16 Sonntage im Jahr offen sein dürfen. Zur Restriktion der Öffnungszeiten kommt es zum Start der Haupttourismussaison, doch die Urlauber dürften das nicht zu spüren bekommen: die Geschäfte an der Adriaküste bleiben laut kroatischen Medien während des ganzen Sommers auch sonntags offen.

Die Händler können nämlich jene 16 Sonntage, an denen gearbeitet werden darf, frei wählen. Die Geschäfte und Einkaufszentren an der Küste wollen diese Quote während der touristenreichen Sommersaison ausnützen. Im Landesinneren, auch in der Hauptstadt Zagreb, bleiben die Geschäfte in den Sommermonaten hingegen sonntags überwiegend geschlossen, um dann zum Schulbeginn in September und vor Weihnachten offen zu sein.

Die neue Regelung, die im Februar verabschiedet wurde, sieht mehrere Ausnahmen vor. Geschäfte an Bahnhöfen, Busbahnhöfen und Flughäfen, Häfen und Jachthäfen, Schiffen, Tankstellen, Campingplätzen, in Krankenhäusern, Hotels und kulturellen Einrichtungen dürfen ohne Restriktionen arbeiten. Vom Sonntagsöffnungsverbot ausgenommen sind außerdem Trafiken und der Verkauf von eigenen Bauernhofprodukten auf Märkten. Für andere Geschäfte auf den Märkten, wie Bäckereien oder Blumengeschäfte, gilt hingegen keine Ausnahme.

Frühere Anläufe, die Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen einzuschränken, scheiterten 2004 und 2009 an Feststellungen des kroatischen Verfassungsgerichts, dass sie in die Gewerbefreiheit eingreifen. Laut Medienberichten sollen die Händler auch gegen die neue Regelung eine Verfassungsklage erwägen.

(MK/APA)

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