Mädchen (7) ist tot!
Busfahrer eingeschlafen?
(08.11.2026) Ein siebenjähriges Mädchen ist bei einem schweren Busunglück im Osten Frankreichs ums Leben gekommen. Der Linienbus mit zahlreichen Schülern an Bord kam bei Lent im Département Ain von der Straße ab und krachte gegen mehrere Bäume. Auch ein 18-jähriger Student starb. Jetzt rückt der 26-jährige Busfahrer in den Mittelpunkt der Ermittlungen: Er gab gegenüber der Polizei an, am Steuer eingeschlafen zu sein.
Der Unfall ereignete sich gegen 7.30 Uhr auf der D22 bei Lent, rund zehn Kilometer südlich von Bourg-en-Bresse. Der Bus war auf der Strecke zwischen Lyon und Bourg-en-Bresse unterwegs. Insgesamt befanden sich laut Staatsanwaltschaft 49 Menschen an Bord, darunter 23 Minderjährige.
Siebenjährige mit Mutter und Schwester im Bus
Unter den Todesopfern ist ein siebenjähriges Mädchen bosnischer Nationalität. Das Kind war gemeinsam mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester unterwegs nach Bourg-en-Bresse. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollte die Familie dort Dokumente für die Kinder abholen.
Das Mädchen überlebte den heftigen Aufprall nicht. Ebenfalls getötet wurde ein 18-jähriger Student, der in Lyon studierte und bei seiner Schwester in der Region lebte.
Neben den beiden Todesopfern wurden zahlreiche weitere Fahrgäste verletzt. Vier Menschen erlitten zunächst schwere Verletzungen, bei zwei von ihnen bestand am Freitagabend Lebensgefahr. Weitere 25 Personen wurden leichter verletzt.
Fahrer: „Ich bin eingeschlafen“
Der 26-jährige Busfahrer wurde bei dem Unfall selbst an den Beinen verletzt und musste aus dem Fahrzeug befreit werden. Noch im Krankenhaus wurde er von den Ermittlern befragt.
Dabei erklärte der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft, dass er während der Fahrt kurz eingeschlafen beziehungsweise eingenickt sei. Erst als sich der Bus bereits auf der Gegenfahrbahn befunden habe, sei er wieder aufgewacht.
Kurz darauf prallte das Fahrzeug gegen mehrere Bäume und kam schließlich in einem Graben zum Stillstand. Erste Zeugenaussagen sollen die Schilderung des Fahrers stützen.
Hinweise auf Alkohol oder Drogen gibt es bislang nicht. Die entsprechenden Tests beim Fahrer waren negativ. Er gab außerdem an, mit Tempomat gefahren zu sein und das auf diesem Straßenabschnitt geltende Tempolimit von 70 km/h eingehalten zu haben.
Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot erklärte nach dem Unglück zudem, der Bus sei technisch in einem sehr guten Zustand gewesen und habe die vorgeschriebenen Kontrollen bestanden.
Der Fahrer war erst seit kurzer Zeit fix bei dem Unternehmen angestellt, nachdem er zuvor bereits als Leiharbeiter für die Firma gefahren war.
Ursprünglich leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen eines möglichen Verkehrsdelikts mit Todesfolge ein. Nach neuesten Berichten soll gegen den Fahrer nun wegen fahrlässiger Tötung weiterermittelt werden.
Entscheidend wird dabei sein, warum der 26-Jährige offenbar am Steuer einschlief und ob Vorschriften zu Ruhezeiten oder Arbeitszeiten eingehalten wurden. Diese Fragen sind bislang nicht abschließend geklärt.
Für die kleine Gemeinde Lent und die betroffenen Familien bleibt nach dem Unfall vor allem die Trauer. Ein siebenjähriges Mädchen und ein 18-Jähriger verloren auf einer morgendlichen Busfahrt ihr Leben.
(fd)