Mafia-Allianz: 62 Verurteilte
Haftstrafen bis zu 16 Jahren
(13.01.2026) Im Verfahren wegen einer mutmaßlichen Allianz unter Mafia-Organisationen in der norditalienischen Region Lombardei sind am Montagabend 62 Angeklagte zu Haftstrafen von bis zu 16 Jahren verurteilt worden. Weitere 45 Beschuldigte müssen sich vor Gericht verantworten, entschied ein Mailänder Untersuchungsrichter im Rahmen des Großverfahrens, das aus der "Hydra" genannten Untersuchung der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft (DDA) hervorgegangen ist.
Insgesamt richtet sich das Verfahren gegen 145 Personen, wie italienische Medien berichteten. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf einer Zusammenarbeit von Angehörigen der Cosa Nostra, der 'Ndrangheta und der Camorra in der Lombardei, um gemeinsame kriminelle Geschäfte zu betreiben. Der Richter bestätigte die zentrale Anklage der Staatsanwälte.
Ermittlungen stützten sich auf Aussagen mehrerer Kronzeugen
Die Urteilsverkündung erfolgte am Montagabend im Hochsicherheitssaal des Mailänder Gefängnisses Opera. Die höchste Strafe von 16 Jahren Haft wurde gegen ein führendes Mitglied der 'Ndrangheta verhängt. Von den 80 Angeklagten im abgekürzten Verfahren wurden 18 freigesprochen, neun einigten sich auf einen Vergleich. Elf weitere Beschuldigte wurden bereits in der Vorverhandlung aus dem Verfahren entlassen.
Die Ermittlungen der Carabinieri, die sich auch auf Aussagen mehrerer Kronzeugen stützten, hatten 2023 für Aufsehen gesorgt, nachdem ein Ermittlungsrichter zunächst den Großteil der beantragten Haftbefehle abgelehnt hatte. Diese Entscheidung wurde später jedoch von höheren Instanzen aufgehoben. Ein Großteil der Angeklagten befindet sich in Haft.
(apa/mc)