Mann missbraucht Stiefkinder
Über 900 mal in 8 Jahren
(08.04.2026) Ein erschütternder Missbrauchsprozess beschäftigt aktuell das Landgericht Erfurt: Ein 46-jähriger Mann hat gestanden, über Jahre hinweg seine Stieftochter und seinen Stiefsohn missbraucht zu haben. Die Dimension des Falls sorgt selbst bei erfahrenen Richtern für Fassungslosigkeit.
Geständnis nach eindringlichem Appell des Gerichts
Der Angeklagte, ein Mann aus Ilmenau, hatte zunächst geschwiegen. Nach einem eindringlichen Appell des Gerichts, den Opfern eine belastende Aussage zu ersparen, legte er schließlich ein umfassendes Geständnis ab. Die Vorwürfe umfassen laut Anklage eine außergewöhnlich hohe Zahl an Taten über mehrere Jahre hinweg.
Taten über langen Zeitraum
Die mutmaßlichen Übergriffe begannen laut Staatsanwaltschaft, als die Stieftochter etwa zehn Jahre alt war. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren soll es zu zahlreichen Missbrauchshandlungen gekommen sein. Auch der Stiefsohn des Angeklagten wurde laut Anklage Opfer von Übergriffen.
Zusätzlich soll der Mann über soziale Netzwerke Kontakt zu weiteren Minderjährigen aufgenommen und sie unter falscher Identität zur Übersendung intimer Bilder gedrängt haben.
Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt
Die Ermittler sprechen von einer erdrückenden Beweislage. Auf Datenträgern wurden große Mengen an belastendem Material sichergestellt. Der vorsitzende Richter bezeichnete die Dimension des Falls als außergewöhnlich und betonte, dass sie selbst für erfahrene Juristen schwer zu fassen sei.
Ermittlungen durch internationalen Hinweis ausgelöst
Ins Rollen kamen die Ermittlungen durch einen Hinweis aus den USA. Eine internationale Organisation zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch meldete entsprechende Daten an deutsche Behörden.
Daraufhin wurde die Wohnung des Angeklagten im Dezember 2024 durchsucht – mit entscheidenden Funden.
Große Belastung für die Opfer
Für die betroffenen Kinder und ihre Familie stellt der Prozess eine enorme psychische Belastung dar. Gleichzeitig gilt das Verfahren als wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Taten.
Dass die Opfer dem Angeklagten vor Gericht gegenübertreten, wird als besonders mutig gewertet.
Prozess wird fortgesetzt
Die Verhandlung vor dem Landgericht Erfurt wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Im Fokus steht dabei auch, die Belastung für die Opfer so gering wie möglich zu halten.
(fd)