Mehr Geld fürs Klima

Van der Bellen auf der COP27

(08.11.2022) Österreich wird sein Budget für die internationale Klimafinanzierung deutlich erhöhen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen kündigte am heutigen Dienstag auf der Weltklimakonferenz COP27 an, dass das Klimaschutzministerium bis 2026 zusätzliche 220 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird. Gleichzeitig beklagte Van der Bellen in Sharm el-Sheikh, es gebe weltweit "noch viel zu viel bla bla bla und viel zu wenige Taten im Klimaschutz".

Umweltministerin Leonore Gewessler, die in den nächsten Tagen selbst zur COP27 reisen wird, konkretisierte die Pläne gegenüber der APA: "Das Klimaschutzministerium stellt in den nächsten vier Jahren mindestens 50 Millionen Euro für "Loss & Damage" zur Verfügung - also für die Behebung, Vermeidung und Minimierung von Schäden, die durch die Klimakrise verursacht wurden. Denn wir stehen vor einer globalen Herausforderung, die wir nur gemeinsam bewältigen können."

Zusätzlich, kündigte Gewessler an, werde ihr Ministerium noch heuer weitere 10 Millionen Euro aus eigenen Rücklagen für die internationale Klimafinanzierung zur Verfügung stellen. Mit dem deutlich erhöhten Budget (plus 220 Millionen auf insgesamt 340 Millionen bis 2026) werde Österreich auch bei der Wiederauffüllung des Green Climate Funds (GCF), die ab 2024 erfolgen soll, einen höheren Beitrag als in dieser Periode (derzeit 130 Mio) leisten können. "Die vulnerabelsten Länder der Welt leiden ganz besonders unter den Folgen der Klimakrise - und fordern zu Recht mehr Unterstützung durch die Industriestaaten", meinte die Ministerin. "Österreich übernimmt Verantwortung und wird zum Vorreiter in der internationalen Klimafinanzierung."

Klimaziele in weiter Ferne

Der Bundespräsident wies in seiner Rede vor den Staats- und Regierungschefs einmal mehr darauf hin, dass man weit davon entfernt ist, das 2015 abgeschlossene Pariser Klimaabkommen über die Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad zu erreichen. "Das Gegenteil ist der Fall: Die globalen Emissionen steigen nach der Pandemie wieder. Weltweit spüren wir die verheerenden Auswirkungen der Klimakatastrophe."

"Wir Länder im globalen Norden sind für einen großen Teil der CO2-Emissionen verantwortlich", räumte der Bundespräsident ein. "Große Teile des Globalen Südens sind besonders stark von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Zurecht pochen diese Länder auf finanzielle Unterstützung bei Anpassungsmaßnahmen und klimabedingten Verlusten und Schäden. Österreich wird dieser Verantwortung nachkommen." Mit der Erhöhung der Mittel für Klimafinanzierung könne man "unseren Teil dazu beitragen, dass wir unsere Regenwälder vor dem Verschwinden retten, dass unsere Meere wieder voller Leben sind, die Menschen im globalen Süden sich besser gegen Flutkatastrophen schützen können und mit den dadurch entstehenden Schäden nicht alleine gelassen werden."

Österreich will Beitrag leisten

Österreich werde seinen Beitrag jedenfalls leisten, bekräftigte Van der Bellen. "Wir bauen die Erneuerbaren Energien stark aus. Wir beenden Schritt für Schritt das Heizen mit Kohle, Öl und Gas. Wir investieren Rekordsummen in den öffentlichen Verkehr. Das ist gut. Aber wir müssen noch besser werden." Man müsse sich jeden Tag die Frage stellen, wie wir noch wirksamer im Klimaschutz werden können", appellierte der Bundespräsident an die anwesenden Staatsoberhäupter und Regierungschefs: "Tun wir gemeinsam alles dafür, dass zukünftige Generationen auf einem lebenswerten Planeten zu Hause sein können."

(fd/apa)

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