Menschenbein im Supermarkt?
Der Kronehit Faktencheck
(11.02.2026) Ein verstörendes Foto sorgt aktuell in sozialen Netzwerken für Aufregung: In mehreren Posts wird behauptet, ein Bild aus einer Supermarkt-Fleischtheke zeige ein menschliches Bein, das dort offen zum Verkauf liege. Manche Beiträge gehen sogar noch weiter und behaupten, das Bein stamme „aus Pakistan“ oder ein Metzger in Europa habe nach dem Vorfall schließen müssen.
Doch ein genauer Faktencheck zeigt: Die Behauptung ist falsch.
Was auf dem Foto zu sehen ist
Auf dem viralen Bild liegt in einer Fleischtheke ein großes, längliches Stück Fleisch. Auf den ersten Blick wirkt die Form tatsächlich irritierend – vor allem, weil das untere Ende wie ein „Fuß“ aussehen kann und der obere Bereich eine Struktur hat, die manche Nutzer als „Knie“ interpretieren.
Genau dieser visuelle Eindruck ist der Grund, warum sich die Behauptung so schnell verbreitet hat.
Warum der Eindruck täuscht
Der entscheidende Punkt: Das Foto wird in vielen Posts isoliert geteilt – als einzelner Screenshot ohne Kontext. Genau dadurch entsteht ein klassischer „Screenshot-Effekt“: Unser Gehirn versucht, die Form sofort zu deuten – und greift dabei auf bekannte Muster zurück.
Doch zusätzliche Videoaufnahmen aus anderen Perspektiven zeigen klar:
Es handelt sich nicht um ein menschliches Bein, sondern um ein tierisches Hinterbein.
Fachlich spricht die Form sehr eindeutig für ein Hinterbein eines Huftiers – am wahrscheinlichsten:
- Schaf / Hammel
- Ziege
Was im Standbild wie ein menschliches Knie wirkt, ist aus einem anderen Blickwinkel erkennbar ein typisches Gelenk eines Tieres. Auch das untere Ende weist keine Merkmale eines menschlichen Fußes auf.
Beschriftung in der Theke: kein Hinweis auf Menschenfleisch
Ein weiterer Punkt, der die Behauptung widerlegt: In der Theke sind Beschriftungen sichtbar, die eindeutig auf reguläre Fleischprodukte hinweisen.
Zu sehen sind unter anderem Hinweise wie:
- „Fresh Pakistan Beef Shoulder“ (Rindfleisch-Schulter)
- „Indian Mutton“ (Hammel-/Schaffleisch)
Diese Begriffe sind gängige Handelsbezeichnungen im internationalen Lebensmittelhandel. „Pakistan“ wird dabei in vielen viralen Posts falsch interpretiert: Es ist keine Personenangabe, sondern eine Herkunfts- oder Produktbeschreibung.
Außerdem sind auf den Schildern Preise pro Kilogramm angegeben – ein ganz typisches Merkmal für regulären Fleischverkauf.
Realitätscheck
Auch ein einfacher Größenvergleich zeigt, wie unrealistisch die Behauptung ist.
Eine typische Supermarkt-Fleischtheke ist etwa 70 bis 90 Zentimeter tief. Ein vollständiges menschliches Bein (Hüfte bis Fuß) wäre in der Regel deutlich länger und würde in dieser Form kaum so präsentiert werden.
Tierische Hinterbeine von Schaf oder Ziege hingegen sind deutlich kürzer und werden in manchen Regionen tatsächlich als Ganzes ausgelegt.
Warum solche Fakes so gut funktionieren
Dass sich die Geschichte so schnell verbreitet, hat mehrere Gründe:
- das Bild wirkt auf den ersten Blick „möglich“
- es ist ein einzelner Screenshot ohne Kontext
- die Umgebung (Fleischtheke) ist alltäglich und wirkt „real“
- Herkunftsangaben wie „Pakistan“ werden emotional aufgeladen
- die Behauptung triggert Ekel, Angst und Empörung – perfekte Viral-Mischung
Das Ergebnis: Ein optisch irritierendes Foto wird in kürzester Zeit zur Horror-Story hochgezogen.
Fazit: Kein menschliches Bein
Die Behauptung, das Foto zeige ein menschliches Bein, ist frei erfunden. Es gibt keine Hinweise auf Menschenfleisch, keine seriöse Quelle und keine Bestätigung durch Behörden.
Stattdessen sprechen:
- Perspektive
- zusätzliche Videoaufnahmen
- die Beschriftung in der Theke
- und die Größenlogik
klar dafür, dass es sich um ein tierisches Hinterbein handelt – vermutlich von Schaf/Hammel oder Ziege.
(fd)