Minus 29 Grad in Österreich
Kälter als in Grönland
(12.01.2026) Österreich erlebt derzeit eine extreme Wetterlage: In der Nacht auf Montag wurden Temperaturen gemessen, die selbst jene auf Grönland deutlich unterbieten. Gleichzeitig steigt in den Alpen die Lawinengefahr massiv an. Doch es gibt auch eine Trendwende – mit deutlich milderen Temperaturen in den kommenden Tagen und daher leider auch Glatteisgefahr auf den Straßen durch gefrierenden Regen!
🥶 Kälter als Grönland: Österreich im Frostgriff
Mit minus 29 Grad wurde an der Messstation Liebenau-Gugu in Oberösterreich der bisher tiefste Winterwert dieses Jahres registriert – und das auf nur 845 Metern Seehöhe. Knapp dahinter folgt Schwarzau im Freiwald in Niederösterreich mit minus 28 Grad, während in Zell am See minus 21,6 Grad gemessen wurden. Deutlich milder blieb es in Wien, wo die Temperaturen in der Innenstadt auf minus 5,1 Grad fielen. Zum Vergleich: In Grönlands Hauptstadt Nuuk herrschten zur selben Zeit vergleichsweise milde minus 4 Grad.
So eisig es derzeit ist, lange dauert die Kältewelle nicht mehr. Bereits ab Montag setzt sich von Westen her mildere Luft durch. In der Wochenmitte steigen die Temperaturen in vielen Regionen bei teils sonnigem Wetter auf bis zu zehn Grad. Im Osten und im Donauraum bleibt es jedoch zunächst trüb: Hartnäckige Nebelfelder halten die Temperaturen dort weiterhin niedriger.
Lawinengefahr
Besonders angespannt ist aktuell die Lawinenlage. In weiten Teilen von Westtirol und Vorarlberg gilt die zweithöchste Warnstufe. Die Kombination aus Neuschnee und steigenden Temperaturen macht viele Hänge extrem instabil. Neu- und Triebschnee liegt auf einer schwachen Altschneeschicht, die schon bei geringer Belastung abrutschen kann. Experten warnen eindringlich vor Skitouren abseits gesicherter Routen.
Wie ernst die Lage ist, zeigen mehrere Lawinenabgänge am Wochenende. In St. Anton am Arlberg wurde ein 18-jähriger Skifahrer verschüttet und verletzt geborgen. Wenige Stunden später kam eine 58-jährige Skitourengeherin nach einem Lawinenabgang ums Leben. Auch in Zürs wurden zwei deutsche Tourengeher von einem Schneebrett erfasst und verletzt. Neben Kälte und Lawinen sorgt auch Glatteis für Probleme. In vielen Regionen besteht erhöhte Gefahr durch gefrierenden Regen, das Unfallrisiko im Straßenverkehr ist entsprechend hoch. Die ÖBB raten, in der Nacht auf Dienstag auf nicht notwendige Reisen von Salzburg über Oberösterreich bis in die Ostregion zu verzichten. Massive Eisbildung an Weichen, Fahrzeugen und Oberleitungen könnte zu Verzögerungen und Ausfällen im Bahnverkehr führen.
Ein vollständiges Aufatmen ist dennoch nicht in Sicht. Zwar bringt die Warmfront vorübergehend frühlingshafte Temperaturen, doch laut Prognosen könnte bereits in der kommenden Woche erneut eine Kaltfront nach Österreich ziehen.
(fd)