Mittelfinger macht Reich?
Trump ungehalten nach Kritik
(14.01.2026) Ein Moment, wenige Sekunden lang – und doch mit enormen Folgen. Bei einem Werksbesuch in einem Ford-Werk in Detroit verlor US-Präsident Donald Trump die Fassung. Ausgelöst wurde der Ausbruch durch einen Fabrikarbeiter, der Trump lautstark provozierte. Die Szene ging viral, der Arbeiter wurde suspendiert – und profitiert nun finanziell von der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Trump reagiert ungehalten
Der Vorfall ereignete sich während eines offiziellen Besuchs von Donald Trump in einer Produktionshalle des US-Autobauers Ford. Während der Präsident mit Mitarbeitern sprach, rief ein Arbeiter aus der Menge lautstarke Beschimpfungen in seine Richtung. Unter anderem bezeichnete er Trump als „Schutzpatron von Pädophilen“ – eine Anspielung auf die Epstein-Affäre.
Trump reagierte sichtlich verärgert, verlor die Kontrolle und zeigte dem Arbeiter den Mittelfinger. Begleitet wurde die Geste von mehrfachen Beschimpfungen („Fuck you, fuck you“). Videos der Szene verbreiteten sich binnen kurzer Zeit millionenfach in sozialen Netzwerken.
Wer ist der Mann hinter der Provokation?
US-Medien gelang es mittlerweile, den Arbeiter ausfindig zu machen. Es handelt sich um den 40-jährigen Linienarbeiter TJ Sabula, der seit mehreren Jahren im Ford-Werk in Detroit beschäftigt ist. Gegenüber der „Washington Post“ erklärte Sabula, er bereue seine Aktion nicht.
„Ich hatte das Gefühl, dass sich eine seltene Gelegenheit ergeben hat – und die wollte ich nutzen“, sagte der zweifache Vater. Politisch sehe er sich nicht an eine Partei gebunden. Seine Wortmeldung habe sich gezielt auf die Epstein-Affäre bezogen.
Suspendierung und Ermittlungen
Nach dem Vorfall wurde Sabula von seiner Arbeit freigestellt. Offiziell spricht das Unternehmen von laufenden internen Ermittlungen. Sabula selbst geht davon aus, dass seine Suspendierung auch damit zu tun habe, dass er den Präsidenten „vor seinen Freunden blamiert“ habe. Eine offizielle Stellungnahme von Ford steht bislang aus.
Parallel zur Suspendierung starteten Unterstützer in sozialen Netzwerken eine Online-Spendenaktion unter dem Titel „TJ Sabula ist ein Patriot!!“. Ziel: den Arbeiter finanziell zu unterstützen, sollte er seinen Job verlieren oder rechtliche Kosten tragen müssen. Mit überraschendem Erfolg: Innerhalb kürzester Zeit flossen mehr als 300.000 US-Dollar auf das Spendenkonto. Der Initiator der Aktion erklärte inzwischen, dass die Kampagne vollständig auf Sabula übertragen wurde und das Geld unter seiner Kontrolle steht. In sozialen Netzwerken wird der Fabrikarbeiter von vielen als mutiger Kritiker gefeiert. Zahlreiche Unterstützer hinterließen persönliche Nachrichten, einige Prominente beteiligten sich ebenfalls an der Spendenaktion. Unter anderem soll sich laut Medienberichten auch die Punkband Dropkick Murphys beteiligt haben.
So spektakulär die Summe klingt – ein finanzielles Happy End ist damit nicht garantiert. Steuern, mögliche Anwaltskosten und die weiterhin ungeklärte berufliche Zukunft relativieren den Betrag deutlich. Ob Sabula langfristig von dem Vorfall profitiert oder am Ende seinen Job verliert, ist derzeit offen. Fest steht: Ein einziger Moment hat das Leben des Arbeiters schlagartig verändert.
Trumps Umfragewerte weiter unter Druck
Der Vorfall fällt in eine politisch angespannte Phase für Donald Trump. Aktuelle Umfragen zeigen, dass rund 54 Prozent der US-Bevölkerung mit seiner bisherigen Amtsführung unzufrieden sind. Besonders die wirtschaftliche Lage, hohe Preise und außenpolitische Entscheidungen – darunter der umstrittene Angriff auf Venezuela – sorgen für Kritik. Der Zwischenfall im Ford-Werk reiht sich damit in eine Serie von Momenten ein, die Trumps ohnehin angeschlagenes öffentliches Bild weiter belasten.
(fd)