Mutter tötet ihre 5 Kinder

Lebenslange Haft

(04.11.2021) Eine Mutter aus der deutschen Stadt Solingen ist zu lebenslange Haft verurteilt worden. Sie hat fünf ihrer sechs Kinder ermordet. Das Wuppertaler Landgericht sprach die 28-jährige Deutsche am Donnerstag schuldig und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Eine Haftentlassung nach 15 Jahren ist somit nahezu ausgeschlossen. Die getöteten Kinder waren zwischen einem und acht Jahre alt. Nur der älteste Sohn der Frau überlebte die Tat.

Tathergang

Die Hausfrau habe die fünf Kinder heimtückisch umgebracht, indem sie sie zuerst betäubte und dann nacheinander ertränkte oder erstickte, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gesagt. Richter Jochen Kötter sprach von einer "Tragödie".

Auslöser

Auslöser der Tat, die deutschlandweit für Entsetzen gesorgt hatte, war nach Überzeugung der Ermittler ein Foto gewesen, das den Ehemann der Frau mit einer neuen Partnerin an seiner Seite zeigte. Per Chat hatte die 28-Jährige ihrem Mann daraufhin angekündigt, dass er seine Kinder nicht wiedersehen werde.

Aussage

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres zugedeckt in ihren Betten entdeckt worden. Die Angeklagte hatte behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt, sie gezwungen, die Chat-Nachrichten zu schreiben, und ihre Kinder getötet. Verteidiger Thomas Seifert hatte einen Freispruch beantragt: Es gebe nach wie vor Zweifel an der Täterschaft seiner Mandantin.

Gutachten

Die vom Gericht bestellten psychiatrischen und psychologischen Gutachter hatten der Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. Hinweise auf eine gravierende psychische Störung fanden sie nicht. Das Landgericht hat an 20 Prozesstagen mehr als 40 Zeugen gehört.

Urteil

Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) starben durch die Hand ihrer Mutter, stellte das Gericht nun fest. Die Strafe lautet lebenslang. Die Hausfrau hatte sich anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb körperlich unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Großmutter an den Niederrhein geschickt.

(fd/apa)

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