Nato 3.0?

USA zufrieden mit EU!

(12.02.2026) Nach Wochen interner Spannungen sendet die NATO wieder Signale der Entspannung. Beim Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel zeigte sich die US-Regierung von Präsident Donald Trump überraschend zufrieden mit den europäischen Bemühungen um eine gerechtere Lastenteilung – und sicherte den Alliierten klar die Bündnistreue zu. Gleichzeitig warb Washington für eine strategische Neuausrichtung unter dem Schlagwort „NATO 3.0“.

US-Staatssekretär Elbridge Colby, der Verteidigungsminister Pete Hegseth vertrat, betonte im Nordatlantikrat:

Die USA würden weiterhin die erweiterte nukleare Abschreckung gewährleisten und – in begrenzterem, stärker fokussiertem Umfang – auch konventionelle Fähigkeiten für die Verteidigung der NATO bereitstellen.

Zugleich machte Colby deutlich: Die Vereinigten Staaten wollen künftig jene geopolitischen Schauplätze priorisieren, bei denen „nur amerikanische Macht“ entscheidend sei – mit klarem Blick auf den Pazifikraum. Das sei jedoch kein Rückzug aus Europa, sondern strategischer Pragmatismus.

Eine dauerhafte Rolle der USA als primärer konventioneller Verteidiger Europas sei „weder nachhaltig noch umsichtig“, so Colby.

„NATO 3.0“: Rückkehr zu Abschreckung und Verteidigung

Colby sprach von einer notwendigen Transformation hin zu einer „NATO 3.0“. Nach dem Ende des Kalten Krieges habe sich das Bündnis in eine „NATO 2.0“ verwandelt – geprägt von Abrüstung und Auslandseinsätzen außerhalb des Bündnisgebiets.

Die neue Phase solle sich wieder auf das ursprüngliche Ziel konzentrieren: Verteidigung und Abschreckung. Künftig müssten die europäischen Verbündeten die primäre Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen.

Colby lobte ausdrücklich, dass sich europäische Staaten im vergangenen Jahr verpflichtet hätten, mehr Verantwortung zu tragen.

Arktis-Einsatz als Signal im Grönland-Konflikt

Als Zeichen der Deeskalation gilt auch der neue NATO-Arktis-Einsatz „Arctic Sentry“, initiiert von NATO-Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich.

Der Einsatz wird als diplomatisches Signal im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt gewertet. Trump hatte zeitweise mit Strafzöllen gedroht, um einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel an die USA zu erzwingen, und argumentiert, Russland oder China könnten sonst Einfluss gewinnen.

Ziel der Mission ist es, die strategisch wichtige Arktisregion abzusichern – insbesondere die Versorgungswege zwischen Nordamerika und Europa.

Deutschland beteiligt sich zunächst mit:

  • vier Eurofighter-Kampfjets
  • Luftbetankungsflugzeugen

Weitere mögliche Beiträge: Seefernaufklärer vom Typ P-8A „Poseidon“, U-Boote und Fregatten.

Rutte lobt deutsche Aufrüstung

NATO-Generalsekretär Mark Rutte begrüßte ausdrücklich die geplante Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben. Diese sollen bis 2029 auf knapp 153 Milliarden Euro steigen – fast dreimal so viel wie 2021.

Angesichts des stärkeren US-Fokus auf den Indopazifik sei es entscheidend, dass Europa und Kanada mehr Verantwortung übernehmen, so Rutte.

Bereits zuvor hatte die NATO angekündigt, dass die USA künftig Spitzenposten in der militärischen Kommandostruktur an Europäer abgeben werden. In der Gesamtschau sollen künftig Deutsche mehr Führungsverantwortung übernehmen als Amerikaner.

Deutschland greift nach NATO-Spitzenposten

Am Rande des Treffens kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius an, Generalinspekteur Carsten Breuer als Kandidaten für den Vorsitz des NATO-Militärausschusses zu nominieren. Dieser Posten gilt neben dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa (SACEUR) als einflussreichste militärische Position im Bündnis.

Breuer ist seit März 2023 ranghöchster Soldat Deutschlands. Zuvor leitete er das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr und den Corona-Krisenstab im Kanzleramt.

Die Entscheidung über die Nachfolge des derzeitigen Amtsinhabers Giuseppe Cavo Dragone soll im September in Kopenhagen fallen. Amtsantritt wäre im Sommer 2027.

Mehr Verantwortung für Europa

Das Verteidigungsministertreffen markiert einen strategischen Wendepunkt:
Die USA bekennen sich klar zur NATO – verlangen jedoch eine stärkere europäische Führungsrolle bei der konventionellen Verteidigung. Mit „NATO 3.0“ soll das Bündnis wieder stärker auf Abschreckung und Kernaufgaben ausgerichtet werden. Gleichzeitig signalisiert der Arktis-Einsatz Einigkeit in einer geopolitisch sensiblen Region – und könnte Spannungen im Grönland-Streit entschärfen.

(fd/apa)

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