Neue KI zu gefährlich?
Der Kronehit Faktencheck
(08.04.2026) Ein neues KI-Modell sorgt aktuell weltweit für Aufsehen – und auch für Sorgen: Die Firma Anthropic hat eine ihrer leistungsstärksten Entwicklungen bewusst nicht veröffentlicht. Der Grund: Die künstliche Intelligenz ist so gut, dass sie zur potenziellen Cyberwaffe werden könnte.
KI entdeckt tausende Sicherheitslücken
Das Modell mit dem Namen Claude Mythos Preview ist laut Unternehmen in der Lage, bisher unentdeckte Schwachstellen in Software aufzuspüren – und zwar in einem Ausmaß, das selbst Experten überrascht.
In Tests hat die KI Sicherheitslücken in allen großen Betriebssystemen und Webbrowsern gefunden, darunter auch Fehler, die jahrzehntelang unentdeckt geblieben sind.
Ein besonders spektakulärer Fund: eine 27 Jahre alte Schwachstelle im als besonders sicher geltenden Betriebssystem OpenBSD.
KI kann Schwachstellen nicht nur finden – sondern ausnutzen
Was die Situation brisant macht: Die KI erkennt Sicherheitslücken nicht nur, sie kann sie auch aktiv ausnutzen.
Laut Berichten ist das Modell in der Lage, innerhalb weniger Stunden Programme zu entwickeln, mit denen sich diese Schwachstellen gezielt angreifen lassen – Aufgaben, für die menschliche Experten oft Wochen benötigen. Damit erreicht die Technologie ein völlig neues Niveau.
Gefahr: KI als Cyberwaffe
Genau hier liegt das große Risiko. In den falschen Händen könnte eine solche KI für großangelegte Cyberangriffe genutzt werden.
Experten warnen, dass damit Angriffe auf Unternehmen, Infrastruktur oder sogar staatliche Systeme deutlich einfacher und schneller werden könnten. Anthropic selbst spricht davon, dass das Modell so leistungsfähig ist, dass es derzeit nicht sicher genug für eine breite Veröffentlichung sei.
Deshalb bleibt die KI unter Verschluss
Statt die KI öffentlich zugänglich zu machen, geht das Unternehmen einen anderen Weg: Nur eine begrenzte Anzahl an Firmen und Organisationen bekommt Zugriff – darunter große Tech-Konzerne und Cybersecurity-Experten. Im Rahmen der Initiative „Project Glasswing“ soll die KI genutzt werden, um Sicherheitslücken gezielt zu finden und zu schließen, bevor sie missbraucht werden können.
Gleichzeitig warnen Experten: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Modelle auch bei anderen Unternehmen entstehen. Schätzungen zufolge könnten vergleichbare KI-Systeme bereits innerhalb der nächsten 6 bis 18 Monate verfügbar werden. Damit beginnt ein neuer Wettlauf – nicht nur um die leistungsfähigste KI, sondern auch um die sicherste.
Wer bekommt Zugang und wer nicht?
Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich künstliche Intelligenz weiterentwickelt – und wie groß die Herausforderungen dabei werden. Eine KI, die Sicherheitslücken schneller findet als Menschen, kann gleichzeitig Schutzschild und Gefahr sein. Entscheidend wird künftig vor allem eine Frage sein: Wer bekommt Zugang zu dieser Technologie – und wer nicht?
(fd)