Neuer Hilferuf bei Primark

(17.12.2015) Schon wieder wurde in Klamotten des Textilgiganten „Primark“ ein Hilferuf gefunden!

Der Vater der 16-jährigen Lucy Kirk (Großbritannien) findet in einer Socke, die er kurz zuvor bei Primark geshoppt hat, einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichen. Auf Facebook postet Lucy daraufhin ein Foto der Notiz mit der Bitte um Hilfe. Schnell kann die Botschaft übersetzt werden:
„Mein Name ist Ting Kun Ding, ich bin ein 39-jähriger Mann aus der Provinz Anhui.“

Ting Kun Ding erhebt in seiner Message schockierende Vorwürfe. Unter anderem soll er ins Gefängnis gesteckt worden sein, weil er in Peking gegen unmenschliche Bedingungen an seinem Arbeitsplatz und die schwer korrupten chinesischen Verwaltungen protestiert hat. Seine Frau soll seitdem in einer Psychiatrie festgehalten werden.

Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit haben sich als Fakes erwiesen. Diesmal gilt das als unwahrscheinlich: Ting Kun Ding existiert wirklich, auch einige seiner Vorwürfe haben sich teilweise bestätigt. Primark nimmt den Fall sehr ernst und kündigt an, den Fund zu untersuchen.

Nach derartigen Skandalen gelobt die Bekleidungsindustrie immer wieder Besserung, von einzelnen Unternehmen gibt es bereits Initiativen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ob die Textilriesen sich an ihre Versprechen halten, schildert Michaela Königshofer, Leitern der Clean Clothes Kampagne:

„Von H&M gibt es zum Beispiel eine Roadmap, wie existenzsichernde Löhne in der Produktionskette umgesetzt werden können. Bis dato ist es aber leider so, dass kaum ein Arbeiter oder eine Arbeiterin einen Lohn bekommt, von dem man wirklich menschenwürdig leben kann. Das ist ein Problem der gesamten Bekleidungsindustrie!“

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