Niedrige Geburtenrate Südkorea

Neue U-Bahn soll helfen

(29.03.2024) Südkorea hat die niedrigste Geburtenrate der Welt. Sie liegt laut Zahlen aus 2023 bei 0,81 Kindern pro Haushalt. Für 2024 ist sogar eine Rate von 0.68 prognostiziert. Damit eine Population auf demselben Level bleibt, sollte sie aber bei 2,1 liegen. Nun soll eine Art Super-U-Bahn helfen, die mit bis zu 180km/h durch Seoul fahren wird. Präsident Yoon Suk Yeol weihte am Freitag den ersten Streckenabschnitt ein und meinte, die kürzeren Fahrzeiten werde es den Menschen ermöglichen, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.

GTX

Der sogenannte Great Train eXpress (GTX) soll es jungen Leuten ermöglichen, auch außerhalb der Hauptstadt zu wohnen, ohne dabei stundenlang pendeln zu müssen und die gewonnene Zeit in ihre Familie investieren zu können.

Fehler im System

Doch nicht nur die langen Arbeitswege und die typisch engen, teuren Wohnungen in Seoul halten junge Frauen davon ab Kinder zu bekommen. Michael Hermann, Berater des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), sagt Frauen würden für Gewöhnlich drei Aspekte in Betracht ziehen, bevor sie Kinder haben: Familienleben und Arbeit, Einkommen und Kosten eines Kindes und Geschlechtergerechtigkeit in Bezug auf die Arbeitsteilung der Kindespflege mit dem Partner. Wenn das System oder die Gesellschaft Frauen nicht die gleichen Möglichkeiten bietet, werden sie es sich zweimal überlegen, ein Kind zu bekommen.

Karriere oder Familie

Das scheint der Fall in Südkorea zu sein. Eltern haben zwar die Möglichkeit, jeweils ein Jahr in Karenz zu gehen, angenommen haben dieses Angebot nur 7% der Väter. Kindererziehung ist praktisch ausschließlich Frauenarbeit. Sie müssen sich zwischen ihrer Karriere und Familie entscheiden. Und immer öfter fällt ihre Entscheidung auf die Karriere.

Geld für Geburten

Es gab in der Vergangenheit mehrere Versuche, junge Frauen dazu zu bringen, Kinder zu bekommen. Unter anderem gab es Geld für alle Kinder, die nach 2022 geboren wurden, um mit den Kosten der Schwangerschaft zu helfen. Studien zeigen auch, dass Koreanerinnen die Kinder wollen, auch tatsächlich mehr als eines möchten. Es liegt also an der Regierung Frauen in Korea so zu stärken, dass sie diese Wünsche auch umsetzen können.

Männer einbeziehen

Doch auch Männer haben eine wichtige Rolle: eine Studie aus 2022 zeigt, dass in Ländern wie Island und Schweden, wo Männer tendenziell mehr Arbeiten in Haushalt und Kindererziehung übernehmen, die Geburtenraten bei 1,8 oder höher liegen. Im Gegensatz dazu haben die Länder mit der geringsten Teilnahm von Männern an diesen Aufgaben (Südkorea und Japan) die geringsten Geburtenraten.

(apa/mw)

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