Verbotene Jagd auf Haie

Schockierende Bilder

(14.07.2020) Schockierend! Anlässlich des heutigen Tags der Haie veröffentlicht der WWF Bilder von der illegalen Jagd auf bedrohte Hai- und Rochenarten im Mittelmeer. Gesetzlich sind die Tiere zwar geschützt, gejagt wird aber trotzdem. Die Bilder dokumentieren verbotene Fänge vom Aussterben bedrohter Weißer Haie, Makohaie, Riesenhaie, Engelshaie oder gefährdeter Teufelsrochen. In elf Mittelmeerländern – darunter die EU-Staaten Spanien, Italien, Frankreich, Kroatien, Griechenland und Zypern – konnten über 60 Fälle aufgedeckt werden.

"Mehr als die Hälfte der 80 Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind bereits gefährdet, viele davon akut. Ungezügelte illegale Fischerei ist ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung, da Kontrollsysteme versagen und Gesetze schlecht oder gar nicht umgesetzt werden", warnt Simone Niedermüller, Meeresbiologin des WWF Österreich. Sie fordert strengere Kontrollen von Fangflotten und Märkten sowie Verbesserungen im Fischerei-Management und wissenschaftlichen Monitoring.

Haie und Rochen sind besonders bedroht, da sich ihre Bestandszahlen nur schwer erholen.

Neben illegaler Fischerei ist die Überfischung von Hai- und Rochenpopulationen die Hauptbedrohung. Einige Arten werden direkt für den Verkauf gefangen. Beim Großteil der restlichen Spezies handelt es sich um Beifang, der sterbend zurück ins Meer geworfen oder illegal angelandet und verkauft wird. Dazu kommen die Folgen der im Mittelmeer stark zu beobachtenden Klimakrise und der steigenden Verschmutzung durch Plastikmüll, der gefressen wird oder in dem sich die Tiere verfangen.

Mitverantwortlich ist auch der Etikettenschwindel bei Fischprodukten. Der WWF warnt Mittelmeer-Urlaubende: "DNA-Tests haben gezeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher, die Schwertfisch essen, oftmals zu illegal vermarktetem Haifischfleisch greifen. Das birgt auch gesundheitliche Risiken, da der Quecksilbergehalt bei einigen Haiarten oft weit über den gesetzlichen Grenzwerten liegt", sagt Simone Niedermüller. Auch hier fordert der WWF strengere Kontrollen durch die Behörden.

(mt/ WWF)

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