ÖVP: Beinschab enthaftet

Meinungsforscher auf Distanz

(14.10.2021) Die im Zusammenhang mit der Inseraten-Korruptionsaffäre rund um die ÖVP und Alt-Kanzler Sebastian Kurz festgenommene Meinungsforscherin Sabine Beinschab ist enthaftet worden. Wie die Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Donnerstag der APA mitteilte, wurde kein Antrag auf U-Haft gestellt. "In der Inseratenaffäre liegen bei der vor kurzem festgenommen Person, die zum Zeitpunkt der Festnahme angenommenen Haftgründe nicht mehr vor", sagte ein WKStA-Sprecher der APA. Deswegen habe die WKStA vor Ablauf der 48 Stunden-Frist keinen U-Haft-Antrag gestellt.

VdMI distanziert sich von Sabine Beinschab

Der Verband der Markt- und Meinungsforschungsinstitute Österreichs (VdMI) hat sich von der in die Inseraten-Korruptionsaffäre rund um die ÖVP und Alt-Kanzler Sebastian Kurz verwickelte Meinungsforscherin Sabine Beinschab distanziert. Weder Beinschab noch deren Kollegin und Ex-ÖVP-Ministerin Sophie Karmasin, gegen die ebenfalls ermittelt wird, seien je VdMI-Mitglieder gewesen, so Vorsitzende Edith Jaksch. Beinschab wollte vor Jahren Mitglied werden, sei aber abgelehnt worden.

Branche stellt klar

"Die jetzt vorliegende Causa ist schockierend und erfordert eine Klarstellung unserer Branche. Weder die festgenommene Sabine Beinschab noch die als Beschuldigte geführte Sophie Karmasin waren je Mitglied beim VdMI, weder mit der BB Research Affairs GmbH noch der KARMASIN RESEARCH & IDENTITY GMBH", betonte Jaksch in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

Was sagt das renommierte Gallup-Institut dazu?

Das Gallup-Institut erklärte unterdessen auf seiner Homepage "aus gegebenem Anlass", dass Sophie Karmasins langjährige Mitarbeiterin Beinschab "wenige Monate nach dem Eigentümerwechsel des Instituts" am 11. April 2015 "fristlos entlassen" wurde. Gallup-Geschäftsführer Michael Nitsche, der das Institut von Karmasin übernommen hat, sagte dazu gegenüber der "Kronen Zeitung": "Das hat nichts mit den aktuellen Ereignissen zu tun. Es gab andere gute Gründe. Aus arbeitsrechtlichen Gründen kann ich nicht ins Detail gehen."

(fd/apa)

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