OÖ: Pflegerin attackiert

Demoteilnehmer aggressiv

(15.12.2021) Nach dem Landessicherheitsrat im Linzer Landhaus zu den sicherheitspolitischen Herausforderungen für Oberösterreich durch die Corona-Krise haben Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sowie die Landesräte Birgit Gerstorfer (SPÖ) und Stefan Kaineder (Grüne) Angriffe gegen Gesundheitspersonal, Gewalt und Extremismus im Zuge von Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen scharf verurteilt.

Pflegerin nach Demo angegriffen

Die Volkshilfe OÖ hat heute die Attacke auf eine Pflegerin in Braunau scharf kritisiert. Die Frau war in ihrer Arbeitskleidung zu einem Termin unterwegs, als ihr einige Demonstranten entgegenkamen, sie beschimpften und mit Kaffe übergossen. Bernhard Gruber, Geschäftsführer der Sozialen Dienste der Volkshilfe, sagte gegenüber dem ORF Oberösterreich: „Das was hier derzeit läuft, das kann einfach nicht sein, das ist einfach eine Überschreitung von Grenzen. Das ist in der langen Zeit, in der ich hier tätig bin, noch nie passiert. Was wir nicht wollen ist, hier Öl ins Feuer zu gießen. Wir wollen nur aufzeigen, dass hier eine Grenze überschritten wurde.“ Die Volkshilfe hat den Vorfall bereits der Polizei gemeldet.

Stelzer: Entschieden gegen Gewalt

Stelzer betonte, er habe "Verständnis für Menschen, die zweifeln oder skeptisch sind". Mit diesen müsse man das Gespräch suchen und aufklären. Entschieden entgegentreten werde man allerdings "Extremisten, die ihre Energie gegen unsere Gesellschaft richten und Hetze betreiben" und etwaigen Angriffen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Spitälern. "Diese Angriffe verurteile ich aufs Schärfste", so Stelzer.

Aggressive Stimmung

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl berichtete von einer derzeit aggressiveren Stimmung bei diesen Demonstrationen, hieß es in einer Pressemitteilung des Landes. Zu Übergriffen etwa gegen Polizistinnen und Polizisten wie in Wien sei es in Oberösterreich bisher noch nicht gekommen. Aber es gebe beispielsweise in den sozialen Netzwerken Aufrufe, gegen Medien in Oberösterreich vorzugehen, erklärte Pilsl. Wenn Medienschaffende von Demonstrierenden an der Ausübung ihres Berufes gehindert würden, "muss die Exekutive weiterhin konsequent einschreiten", begrüßte Stelzer den Schutz durch die Polizei.

Appel an Demo-Veranstalter

Wie Pilsl appellierte er an die Veranstaltenden, keine Demonstrationen im Umfeld oder Sichtfeld von Spitälern mehr abzuhalten, die die großartigen Leistungen des Spitalspersonals für die Patientinnen und Patienten in Misskredit bringen, die Wirkung anerkannter medizinischer Leistungen bestreiten oder die medizinische Informations- bzw. Aufklärungstätigkeit der Spitalsbelegschaft konterkarieren.

(fd/apa)

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