Opa tötet Enkelin?
Baby (5 Monate) ist tot!
(27.11.2025) In dem kleinen Ort im Salzlandkreis mit nicht einmal 1.000 Einwohnern herrscht Fassungslosigkeit: Nach dem Tod eines fünf Monate alten Mädchens ermittelt die Staatsanwaltschaft Magdeburg wegen eines Tötungsdelikts. Tatverdächtig ist ein 55-jähriges Familienmitglied – nach BILD-Informationen der Großvater des Kindes.
Dramatischer Notruf, panische Schreie
Am Abend geht bei der Leitstelle des Salzlandkreises ein Notruf ein. Am Telefon: panische Schreie, die Einsatzkräfte können lediglich die Adresse und den Hinweis verstehen, dass ein Baby bewusstlos sei. Polizei und Rettungsdienst rücken mit einem Großaufgebot nach Ilberstedt aus. Ein Notarzt wird per Hubschrauber auf einem nahegelegenen Sportplatz abgesetzt und eilt in das Einfamilienhaus, aus dem der Hilferuf kam. Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung kämpfen die Retter rund eine Stunde lang um das Leben des Kindes, reanimieren im Haus und im Rettungswagen – doch das Mädchen stirbt noch vor Ort.
Was in den Minuten und Stunden vor dem Notruf mit dem Baby passierte, ist weiter unklar. Nach Angaben der Ermittler wies der Körper des Mädchens Verletzungen auf, die weder mit einem Unfall noch mit den Reanimationsmaßnahmen zu erklären sein sollen. Eine Obduktion wurde angeordnet, konkrete Ergebnisse zur Todesursache liegen bislang nicht öffentlich vor.
Großvater in Untersuchungshaft
Bereits am Mittwoch bestätigt Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten, Staatsanwaltschaft Magdeburg, dass die Behörden von einem Tötungsverbrechen ausgehen. Ein Tatverdächtiger aus dem familiären Umfeld sei ermittelt und festgenommen worden. Inzwischen sitzt der über 50-jährige Mann in Untersuchungshaft. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft handelt es sich um den Großvater des Mädchens, gegen den wegen Totschlags ermittelt wird. Ob der Mann sich zu den Vorwürfen geäußert hat, wird mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bekanntgegeben.
Nach Informationen aus der Nachbarschaft soll die Mutter des Babys erst vor einigen Monaten mit dem Säugling und einem älteren Kind wieder in das Haus ihres Vaters in Ilberstedt eingezogen sein. Dort soll sich nun auch die Tat ereignet haben. Offizielle Stellen äußern sich zu Details des Familienlebens nicht. Die Gemeinde Ilberstedt, sonst für ihr ruhiges, familienfreundliches Umfeld bekannt, ist nach dem Geschehen tief erschüttert. Der Ort an der Wipper zählt nicht einmal 1.000 Einwohner, viele kennen sich untereinander.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizeiinspektion Magdeburg und die Staatsanwaltschaft Magdeburg führen die Ermittlungen. Neben der rechtsmedizinischen Untersuchung des Kindes werden Zeugen befragt und Spuren im Haus ausgewertet. Weitere Angaben – etwa dazu, was der Großvater am Tattag getan haben soll oder ob es frühere Auffälligkeiten gab – machen die Behörden bislang nicht. Bis ein endgültiges Obduktionsergebnis und die Auswertung aller Beweise vorliegen, gilt die Unschuldsvermutung. Klar ist aber schon jetzt: Der Tod des Babys hat in Ilberstedt und im ganzen Salzlandkreis Entsetzen und große Anteilnahme ausgelöst.
(fd)