Petition für Erbschaftssteuer

"Superreiche fair besteuern"

(12.02.2026) Die Grünen starten eine neue Petition unter dem Titel „Superreiche fair besteuern“. Ziel ist die Einführung einer Erbschaftssteuer ab einer Million Euro. Für Eigenheime, Familienbetriebe und kleinstrukturierte Bauernhöfe soll es laut dem Modell der Partei Freibeträge und Ausnahmen geben. Man wolle die Gerechtigkeitsfrage wieder ins Zentrum der politischen Debatte rücken, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Gewessler: „Wenn ihr mehr Mut bei Gerechtigkeit wollt, seid ihr bei uns richtig“

Partei- und Klubchefin Leonore Gewessler erklärte, man wolle sich mit der Initiative ausdrücklich an Menschen wenden, die von der Bundesregierung enttäuscht seien. „Ich verstehe alle, die sich mehr Mut in der Frage der Gerechtigkeit erwarten. Wenn ihr euch wünscht, dass Superreiche endlich einen fairen Beitrag leisten, dann seid ihr bei uns Grünen richtig“, so Gewessler.

Nach dem Modell der Grünen soll die Steuer ab Erbschaften in Höhe von 1 Mio. Euro greifen. Für ein geerbtes Haus, das als Hauptwohnsitz genutzt wird, soll ein höherer Freibetrag von 1,5 Mio. Euro gelten.

Ausnahmen sind außerdem vorgesehen für:

  • Bauernhöfe
  • kleine Gewerbebetriebe
  • Familienbetriebe, wenn diese übernommen bzw. weitergeführt werden

Steuersätze: 25 bis 35 Prozent – erste Million nur einmal im Leben

Geplant sind gestaffelte Steuersätze:

  • 25 Prozent für Erbschaften von 1 bis 5 Mio. Euro
  • 30 Prozent für Anteile zwischen 5 und 10 Mio. Euro
  • 35 Prozent für alles über 10 Mio. Euro

Der Freibetrag für die erste Million soll laut Grünen nur einmal im Leben geltend gemacht werden können.

Grüne rechnen mit 1,5 Milliarden Euro pro Jahr

Die Grünen erwarten sich durch die geplante Erbschaftssteuer jährliche Einnahmen von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Damit wolle man unter anderem:

  • die Einkommenssteuer für geringer Verdienende senken
  • Investitionen in Schulen und Kindergärten finanzieren

Details finden sich laut Partei auf der Website der Petition.

Die Industriellenvereinigung (IV) reagierte umgehend ablehnend. Österreich brauche Entlastung statt neuer Substanzsteuern, hieß es in einer Aussendung. Substanzsteuern würden Eigentum, Familienbetriebe und Investitionen treffen – und den Wirtschaftsstandort in einer Phase konjunktureller Schwäche zusätzlich schwächen. Die IV argumentierte außerdem, dass hohe Einkommen bereits heute überproportional zum Steueraufkommen beitragen.

Laut Statistik Austria entfallen auf das oberste Prozent der Lohn- und Einkommensbezieher:

  • 24,2 Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens
  • obwohl dieses Prozent nur 9,3 Prozent der lohn- und einkommenssteuerpflichtigen Einkünfte erziele

„Es geht um Abermillionen – nicht um Familienbetriebe“

Die grüne Replik kam vom Budget- und Steuersprecher Jakob Schwaz. Er kritisierte, die IV stelle das Thema bewusst falsch dar. „Die IV tut so, als ginge es um Familienbetriebe. In Wahrheit verteidigt sie Menschen, die Abermillionen erben, ohne je dafür gearbeitet zu haben. Das ist leistungsloses Einkommen“, so Schwaz.

(fd/apa)

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