Prigoschin-Tötung verhindert?

"Putin wollte Meuterer auslöschen"

(28.06.2023) Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat nach eigenen Angaben den russischen Präsidenten Wladimir Putin von einer Tötung des aufständischen Söldner-Anführers Jewgeni Prigoschin abgehalten. Er habe bei seinem Gespräch mit Putin herausgehört, dass die Meuterer "ausgelöscht" werden sollen, sagte Lukaschenko laut Staatsmedien. Er habe Putin vorgeschlagen, nichts zu überstürzen und mit Prigoschin und seinen Befehlshabern zu sprechen.

Putin habe dies zunächst als "sinnlos" abgetan, sagte Lukaschenko bei einem Treffen mit Armee-Offizieren und Journalisten am Dienstag. Er habe dem russischen Präsidenten aber geraten, "über den Tellerrand hinauszuschauen", und gewarnt, dass die Beseitigung Prigoschins zu einem umfassenden Aufstand seiner Söldner führen könnte.

Lukaschenko soll offiziellen Angaben zufolge den Abbruch des Marschs der Söldner-Gruppe Wagner auf Moskau vermittelt haben. Putin sicherte Prigoschin und seinen Kämpfern überraschend Straffreiheit und den Gang ins Exil nach Belarus zu, nachdem er zuvor noch ankündigt hatte, die Meuterei mit aller Entschlossenheit niederzuschlagen und sie mit den Kriegswirren der Revolution von 1917 und dem anschließenden Bürgerkrieg verglich. Prigoschin flog am Dienstag von Russland nach Belarus. Lukaschenko kennt Prigoschin seit langem und ist ein enger Verbündeter Putins.

Die "New York Times" berichtet unterdessen, dass der stellvertretende Oberbefehlshaber der russischen Invasionstruppen in der Ukraine, Sergej Surowikin, vom bevorstehenden Aufstand der Söldner-Gruppe gewusst habe. Washington versuche nun herauszufinden, ob Surowikin Wagner-Chef Prigoschin bei der Planung der Rebellion unterstützt habe. Zudem könnten auch andere Generäle Prigoschin unterstützt haben.

(APA/CD)

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