PVA-Gutachten „willkürlich“?

Antragsteller mit Kritik

(10.03.2026) Der Begutachtungsprozess bei Pflegegeld sowie Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen wird von vielen Betroffenen als belastend und teilweise willkürlich empfunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forschungsinstituts „Foresight“ im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ). Von 817 befragten Personen, die in den vergangenen Jahren Pflegegeld oder eine krankheitsbedingte Pension beantragt hatten, schilderte ein Großteil negative Erfahrungen bei der Untersuchung durch Gutachterinnen und Gutachter der Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Auch die Arbeiterkammer Wien übt deutliche Kritik.

Viele Betroffene berichten von respektlosem Umgang

Laut der präsentierten Studie fühlten sich viele Antragsteller während der Begutachtung nicht respektvoll behandelt.

  • 42 Prozent der Pflegegeld-Antragsteller bezeichneten die Untersuchung als „wenig“ oder „gar nicht respektvoll“.
  • Bei Antragstellern auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension lag dieser Wert sogar bei 70 Prozent.

Teilnehmende berichteten unter anderem von einem „kasernenartigen Ton“, vom Anschreien durch Gutachter, unpassenden Fragen oder der Unterstellung, gesundheitliche Probleme zu simulieren. Oberösterreichs AK-Präsident Andreas Stangl erklärte, viele Betroffene hätten daher den Eindruck gewonnen, dass Gutachter voreingenommen seien oder die Begutachtung „von vornherein auf eine Ablehnung ausgerichtet“ gewesen sei.

AK Wien kritisiert sinkende Pensionszuerkennungen

Auch die Arbeiterkammer Wien sieht in der Studie Hinweise auf strukturelle Probleme. Die Ergebnisse würden „gravierende Mängel, Intransparenz und mangelnden Respekt“ bei Begutachtungen durch die PVA zeigen. Gleichzeitig sei der Zugang zu krankheitsbedingten Pensionen in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden. So sei die Zahl der Zuerkennungen von Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen bei unselbstständig Beschäftigten von 24.093 im Jahr 2010 auf 10.110 im Jahr 2024 gesunken – ein Rückgang um fast 60 Prozent. Laut Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien, weist Österreich im internationalen Vergleich mittlerweile sogar die niedrigste Invaliditätspensionsquote auf.

Zahl der Gerichtsverfahren gegen die PVA steigt

Die Arbeiterkammer Oberösterreich verweist außerdem auf eine steigende Zahl von Gerichtsverfahren gegen die PVA. Bei Pflegegeldfällen stieg die Zahl der Verfahren innerhalb von fünf Jahren von 536 im Jahr 2021 auf 981 im Jahr 2025. Bei Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen erhöhte sie sich im selben Zeitraum von 1.028 auf 1.526 Fälle. Im Jahr 2024 gewann die AK knapp 59 Prozent der Pflegegeldverfahren sowie 33 Prozent der Pensionsfälle vor Gericht. Das werfe laut AK die Frage auf, ob die Begutachtungen der PVA immer in der nötigen Qualität durchgeführt werden.

Ablehnungen verschlechtern oft Lebenssituation

Die Studie untersuchte auch die Folgen abgelehnter Anträge. Bei 62 Prozent der Antragsteller auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension verschlechterten sich nach einer Ablehnung sowohl die finanzielle als auch die gesundheitliche Situation. Nur 23 Prozent konnten weiterhin in ihrem Beruf arbeiten.
44 Prozent meldeten sich beim AMS, während 22 Prozent keine Rehabilitationsmaßnahmen absolvieren konnten. Bei abgelehntem Pflegegeld übernahmen laut Studie in 71 Prozent der Fälle Angehörige oder Bekannte die Pflege, während 43 Prozent der Betroffenen auf Ersparnisse zurückgreifen mussten.

AK fordert Reformen bei Begutachtungen

Die Arbeiterkammer fordert daher Verbesserungen im Begutachtungssystem. Vorgeschlagen werden unter anderem:

  • bessere Schulungen für Gutachterinnen und Gutachter,
  • ein Handbuch für objektive Begutachtungen,
  • sowie eine bessere Aufklärung der Antragsteller über ihre Rechte.

Die AK Wien unterstützt zudem die Forderung nach einer unabhängigen Begutachtungsstelle und insgesamt faireren Verfahren. Gleichzeitig kritisiert die AK Wien ein umfassenderes Problem im System: Während der Zugang zu Pensionen immer schwieriger werde, herrsche seit Jahren Stillstand bei Prävention, Krankenstandsmanagement sowie beruflicher und medizinischer Rehabilitation.

(fd/apa)

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