Rückflüge für Österreicher
Teheran warnt Europa
(03.03.2026) Während Österreich einen weiteren Rückholflug aus der Nahost-Krisenregion vorbereitet, verschärft sich die Lage im Iran dramatisch. Nach massiven Luftangriffen warnte Teheran Europa vor einem möglichen Kriegseintritt. Die Entwicklungen sorgen international für höchste Alarmstufe.
Rückflug aus Maskat: Österreich holt Staatsbürger zurück
Das österreichische Außenministerium organisiert am Mittwoch einen weiteren Rückführungsflug aus der omanischen Hauptstadt Maskat. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) bestätigte dies nach einer Sitzung des Krisenstabs in Wien.
Bereits am Sonntag war ein erster Flug mit besonders vulnerablen Personen gestartet. Aktuell sind laut Außenministerium knapp 18.000 österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in der Krisenregion registriert.
Zusätzlich werden Ausreisewillige über Landwege evakuiert. Geplant sind Bus-Transporte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar nach Riad (Saudi-Arabien) sowie nach Maskat (Oman).
Der Krisenstab im Außenministerium tagt derzeit zweimal täglich. Österreich steht zudem in enger Abstimmung mit EU-Partnern, um die Rückkehr nach Europa bestmöglich zu koordinieren.
Die militärische Eskalation zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran und verbündeten Milizen auf der anderen Seite hat massive Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Während der Luftraum über Oman geöffnet bleibt, ist jener über Saudi-Arabien teilweise gesperrt. In weiten Teilen des Nahen Ostens findet derzeit kein regulärer ziviler Flugverkehr statt. Zehntausende Reisende sitzen fest.
© Grafik APA/Quelle CNN
Nach den schweren Angriffen auf iranisches Territorium verschärft Teheran nun auch rhetorisch den Ton gegenüber Europa. Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghaei erklärte, jede europäische Beteiligung an möglichen Militärmaßnahmen würde als „Komplizenschaft mit den Aggressoren“ und als „Kriegshandlung“ gewertet werden. Zuvor hatten Frankreich, Deutschland und Großbritannien mögliche „Defensivmaßnahmen“ nicht ausgeschlossen.
Hunderte Tote nach Angriffen – Schäden an Atomanlage
Laut dem Iranischen Roten Halbmond kamen bei den israelisch-amerikanischen Angriffen mindestens 787 Menschen ums Leben. Eine norwegische Menschenrechtsorganisation spricht sogar von über 1.500 Todesopfern. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien bestätigte Schäden an Eingangsbereichen der Urananreicherungsanlage Natanz. Radiologische Folgen seien nach aktuellem Stand jedoch nicht zu erwarten.
Israel meldete zudem Luftangriffe auf das iranische Präsidialamt und das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats in Teheran.
Netanyahu: Krieg soll „schnell und entscheidend“ sein
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte, der Konflikt werde nicht jahrelang andauern. Das israelische Militär stellt sich jedoch auf mehrere Wochen Kampfhandlungen ein. Ein Einsatz von Bodentruppen im Iran gilt derzeit als unwahrscheinlich.
Russlands Präsident Wladimir Putin bot unterdessen Vermittlungsgespräche an und kündigte an, seine Kontakte nach Teheran für eine mögliche Deeskalation zu nutzen.
Internationale Sorge wächst – UNO fordert Untersuchung
Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte fordert eine unabhängige Untersuchung der Bombardierung einer Mädchenschule im Iran, bei der laut iranischen Staatsmedien mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Die Verantwortung für die Untersuchung liege bei den beteiligten Streitkräften.
Evakuierungen laufen – Lage extrem angespannt
Während Österreich weiter an der Rückholung seiner Staatsbürger arbeitet, droht die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran auch Europa stärker hineinzuziehen. Die kommenden Tage dürften entscheidend sein – sowohl für die Sicherheit der Menschen in der Region als auch für die geopolitische Stabilität.
(fd/apa)