Rückruf von Babynahrung
Prüfung von 2 Baby-Todesfällen!
(04.02.2026) Der Nahrungsmittelriese Nestlé hat seinen groß angelegten Rückruf von Säuglingsnahrung erneut ausgeweitet – nachdem Frankreich den Grenzwert für das Toxin Cereulide gesenkt hat und weitere Chargen betroffen sind. Österreich ist nach Unternehmensangaben jedoch nicht von der erweiterten Rückrufaktion betroffen, teilte Nestlé-Österreich am Mittwoch mit.
Giftstoff Cereulide entdeckt – was bedeutet das?
Der Grund für die Rückrufe ist der Nachweis von Cereulide, einem Toxin, das von dem Bakterium Bacillus cereus produziert wird und Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann. Besonders Säuglinge reagieren empfindlich auf den Stoff. Die Entdeckung geht auf Zutaten zurück, die aus einer chinesischen Lieferkette von Arachidonsäure-Öl (ARA-Öl) stammen – ein Zusatzstoff in hochwertiger Babynahrung.
Cereulide ist sehr hitzestabil und kann bereits innerhalb weniger Stunden nach Aufnahme zu Symptomen führen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat kürzlich erstmals offizielle Sicherheitsrichtwerte für Säuglinge entwickelt, um Rückrufe künftig einheitlicher und schneller zu steuern.
Welche Produkte und Hersteller sind betroffen?
Nestlé hatte bereits im Dezember 2025 erste Chargen zurückgerufen. Der aktuelle Rückruf betrifft laut mehreren Quellen nun mehrere Marken und Länder weltweit – darunter Produkte der Marken SMA, BEBA, NAN, Guigoz, Alfamino und Nidal, die in mehr als 60 Ländern verkauft wurden.
Neben Nestlé haben auch andere große Hersteller wie Danone, Lactalis, Hochdorf und weitere Firmen Chargen ihrer Säuglingsnahrung zurückgezogen, weil die Zutaten möglicherweise mit Cereulide belastet sind. Die französische Gruppe Danone hat in verschiedenen Ländern, darunter auch Deutschland, Chargen ihrer Marke Aptamil zurückgerufen.
Behördliche Ermittlungen und Todesfälle
In Frankreich laufen justizielle Ermittlungen, um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Konsum der betroffenen Produkte und dem Tod zweier Säuglinge zu prüfen. Die französischen Gesundheitsbehörden und Nestlé betonten jedoch, dass bisher kein kausaler Zusammenhang nachweisbar ist und die Untersuchungen noch andauern.
Kritiker wie die Verbraucherorganisation Foodwatch werfen Nestlé und anderen Herstellern vor, Informationen über die Risiken zu spät veröffentlicht zu haben – zum Beispiel sei bereits Mitte Dezember bekannt geworden, dass Cereulide in Produktproben nachgewiesen wurde, bevor öffentliche Rückrufe stattfanden. Nestlé bestreitet diese Darstellung aber und verweist auf interne Risikobewertungen und Prüfungen.
Ratschläge für Eltern und Verbraucher
- Betroffene Produkte nicht weiter verwenden.
- Chargeninformationen prüfen: Verpackung auf Rückrufdetails kontrollieren.
- Bei Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall bei Säuglingen sofort ärztlichen Rat einholen.
- EU-Behörden und nationale Gesundheitswarnungen regelmäßig verfolgen.
(fd/apa)