Rapid droht Nachspiel

Unschöne Szenen bei Derby

(16.02.2026) Die Austria darf wie im Vorjahr wieder ganz nach oben blicken, Rapid droht neben der sportlichen Misere auch ein Nachspiel vor dem Strafsenat. Nach dem 2:0-Heimsieg im Wiener Derby am Sonntag durften die Violetten auf eine Runde ganz nach ihrem Geschmack zurückblicken. Nur einen Zähler liegt die Austria hinter Platz eins, das erste Ziel - die Meistergruppe - rückt näher. Rapids Chancen darauf sanken in Wien-Favoriten. Dazu sorgten die Auswärtsfans für unschöne Szenen.

Dass der grün-weiße Anhang mit dem Werfen von Böllern und anderer pyrotechnischer Gegenstände in den Schlussminuten noch eine Spielunterbrechung erzwang, bringt die Vereins-Granden einmal mehr in Erklärungsnot. Eine saftige Strafe vom Strafsenat der Liga droht. Eine Sperre des Heimsektors für drei Spiele steht für den bereits auf Bewährung verurteilten Club ebenso im Raum wie eine Geldstrafe.

"Wir wollen Rapid sehen", hatten die erstmals seit den Derby-Vorfällen im September 2024 wieder zugelassenen Auswärtsfans zunächst skandiert, als sich das zwölfte sieglose Pflichtspiel in Folge bedrohlich ankündigte, hieß es kurz vor dem Eklat nur noch: "Wir haben die Schnauze voll." Der weiter sieglose Trainer Johannes Hoff Thorup merkte an, dass er die Enttäuschung der Fans verstehe. "Aber natürlich darf sich die Frustration nicht so zeigen wie heute am Ende des Spiels", so der Däne.

Rapid harmlos und unkoordiniert

Für Rapid läuft es weiter alles andere als gut. "Wir haben es versucht, aber wir hatten nicht wirklich Erfolg. Hoffentlich wird das nächste Derby besser", klang Hoff Thorup nach der zweiten Niederlage im dritten Pflichtmatch unter seiner Schirmherrschaft fast schon ein wenig resignativ. "Ein sehr enttäuschendes Spiel", befand Kapitän Matthias Seidl. Die Muster der jüngsten Partien setzten sich nahtlos fort: Offensiv präsentiert sich Rapid weitgehend harmlos, Angriffsbemühungen wirken oft unkoordiniert. Kaum ein Spieler scheint gewillt, das Ruder an sich reißen zu wollen, und so mancher scheint nicht auf seiner bestmöglichen Position eingesetzt zu werden. Zugleich fängt man sich - auch dank individueller Fehler - fast mit jedem Gegenangriff ein Tor ein.

In dieser Form wird es schwierig, noch die Top sechs zu erreichen - zumal es eine Handvoll Konkurrenten gibt. Einen davon empfängt Rapid am nächsten Samstag mit dem WAC. Die Wolfsberger logieren in der Tabelle zwei Plätze hinter den Hütteldorfern auf Rang neun. "Wir haben zu wenig Entschlossenheit in den Spielen, die wir gespielt haben, und es fehlt uns an Selbstvertrauen", analysierte Hoff Thorup den Ist-Zustand. "Die Spieler haben die letzten vier, fünf Monate aber auch viel Kritik abbekommen. Es ist nur natürlich, dass so etwas einen Fußballer beschäftigt."

Einen kreativen Impuls könnte wohl ein in Topform aufspielender Yusuf Demir liefern - von dieser Form ist der 22-Jährige vor allem wegen fehlender Matchpraxis aber schon lange weit entfernt. Gegen die Austria schaffte es der Winter-Neuzugang wie in der Vorwoche gegen Hartberg noch nicht in den Kader. "Welche Aufstellung wir für das nächste Spiel haben werden, weiß ich noch nicht. Was ich weiß, ist, dass wir dieses Spiel und die letzten zwei analysieren werden und dann schauen werden, wie die nächsten Schritte aussehen", sagte Hoff Thorup kryptisch. Ein längerer Ausfall droht Mittelfeldmann Martin Ndzie wegen einer Knieverletzung.

Matchwinner Eggestein: "Spielen wahnsinnig intensiv"

Während sich Rapids Spieler nach Schlusspfiff nur kurz von den im Stadion verbliebenen Fans verabschiedeten, kosteten die Austrianer den zweiten Derbyerfolg der Saison beim Feuerwerk vor der eigenen Fankurve aus. Dem Sieg gegen Sturm Graz vor der Winterpause ließen die "Veilchen" nun ein 2:0 in Salzburg und ein 2:0 im Derby folgen. Johannes Eggestein traf dabei in jeder Partie. Der Deutsche durfte sich mit je einem Tor und Assist am Sonntag als Matchwinner fühlen. "Wir spielen wahnsinnig intensiv, ich glaube schon, dass der eine oder andere Gegner damit große Probleme hat, wenn wir vorne anlaufen", meinte Eggestein, der im Sommer erst spät zur Mannschaft gestoßen war. Trainer Stephan Helm erklärte den Formanstieg des Stürmers auch damit, dass dieser nun endlich fit sei. Und verriet, dass der 27-Jährige im Herbst mit einem Bänderriss im Knöchel gespielt hatte.

"Wir haben uns den Status erarbeitet, dass wir von allem, was der Fußball so braucht, Komponenten in unserem Spiel vereint haben", erklärte Eggestein. Dadurch sei die Mannschaft schwer auszurechnen und habe außerdem eine "extreme" Geschlossenheit entwickelt. Offenbar im Unterschied zum Stadtrivalen, wie mehrere Austrianer anmerkten. "Wir haben genau gewusst, wie Rapid spielen wird", sagte Kapitän Manfred Fischer. Zur wieder gefundenen defensiven Stabilität kommt auch eine große Effizienz, die die Favoritner bisher auszeichnet.

Zu euphorisch wollte man im violetten Lager verbal aber nicht agieren. Das Programm bis zur Punkteteilung ist weiter kein leichtes. Die Austria gastiert noch in Altach und in Ried, dazu kommt ein Heimspiel gegen den LASK. "Es ist alles sehr knapp beisammen. Wir wissen, wir haben heute einen Riesenschritt gemacht. Aber es ist noch nichts geschafft", betonte Fischer. Helm winkte auf die Meisterfrage ab und analysierte das Wesen der Liga. "Wir sind gegen den Ball alle top, da hat jeder einen guten Plan. Das ist auch der Grund, warum die vermeintlich kleineren Teams es den anderen schwer machen. Es gibt aktuell nicht die Mannschaft, die über allem steht", meinte der Austria-Trainer. Dadurch ergebe sich aber auch eine Chance. "Wenn man selbst immer bei sich bleibt, wenn man die Ruhe arbeiten kann. Dann kann man aus der Situation einen Vorteil ziehen."

(apa/mc)

Der Österreich Tarif

Strompreise sollen sinken

Entführung aus Supermarkt!

Eltern kämpfen um Baby!

Produktiver mit KI?

Was ChatGPT & Co. wirklich bringen

Lawine: Zwei Snowboarder tot

Unglück in Tirol

Jeder Dritte hat Schlafprobleme

Sorge um Gesundheit

Sydney-Attentäter vor Gericht

Per Videokonferenz aus Knast

TU Wien: Kleinster QR-Code

Kleiner als viele Bakterien

"Winterspaß" endet tödlich

Bub (11) stirbt an Unfallort!