RBI will raus aus Russland

Verkauf oder Abspaltung

(30.03.2023) Die RBI will raus aus Russland, aber das ist alles nicht so einfach. Die stark in Russland vertretene Raiffeisen Bank International (RBI) grenzt ihre Optionen ein. Man konzentriere sich auf Transaktionen, die zum Ausstieg führen, sagte RBI-Chef Johann Strobl heute in der Hauptversammlung der Bank in Wien. Konkret geht es um einen Verkauf oder eine Abspaltung. Bisher hielt sich das Institut in Bezug auf Russland "alle Optionen" offen, wodurch der Eindruck entstand, man wolle den Ukraine-Krieg und die Sanktionen aussitzen.

"Wir haben uns dazu entschieden, dass wir mögliche Transaktionen, die zu einem Verkauf oder einer Abspaltung der Raiffeisenbank Russland und ihrer Entkonsolidierung aus dem RBI-Konzern führen, in voller Übereinstimmung mit den lokalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften und in Absprache mit den jeweils zuständigen Behörden weiterzuverfolgen", sagte Strobl. In allen Szenarien, auch im Fall einer vollständigen Entkonsolidierung der Raiffeisenbank ohne Gegenwert, würde die Kernkapitalquote des RBI-Konzerns robust bleiben, versicherte er.

Während man die möglichen Transaktionen weiterverfolge, würde man die Geschäftsaktivitäten in Russland weiter reduzieren, kündigte er an. Konkret sprach er von der einer Reduktion des Volumens von Kundenkredite sowie bei Fremdwährungstransaktionen, die zu einer Verringerung des Zahlungsverkehrsgeschäfts des RBI-Konzerns führen würden. Die Raiffeisenbank in Russland werde allerdings Bankgeschäfte beibehalten, um die Bedingungen zur Aufrechterhaltung ihrer Banklizenz zu erfüllen, und werde ihre Kunden weiter unterstützen, versicherte der RBI-Chef. Zudem habe man eine Fürsorgepflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Märkten, darunter 9.000 Personen in Russland.

Einen Zeitplan für die nun in Betracht gezogenen Optionen nannte Strobl nicht. Eine Abspaltung würde zumindest einige Monate dauern. Ein Verkauf könnte schneller gehen, sofern es einen Käufer gibt. In beiden Fällen bräuchte die RBI eine Reihe behördlicher Genehmigungen, bei einem Verkauf zudem einen Käufer, der nicht sanktioniert ist, und eine "Sonderentscheidung" des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bei einer Abspaltung würden die RBI-Aktionäre dann zwei Aktien besitzen, eine für die RBI ohne Russland und eine zweite für das Russlandgeschäft. Laut Spaltungsgesetz müsste die zweite Aktie an einer europäischen Börse notieren.

RBI-Chef Strobl bezog am Donnerstag in seiner Rede wiederholt klar Position zum Krieg in der Ukraine und sprach von einem "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine". "Dass ein so sinnloser Krieg in Europa möglich ist, hat unser Vorstellungsvermögen bei weitem gesprengt und macht uns traurig", sagte er. Das unermessliche Leid der Menschen in der Ukraine sei nicht in Worte zu fassen, konstatierte er und verwies auch auf humanitäre Projekte seiner Bank für Ukrainerinnen und Ukrainer.

Nachdem bereits vor Beginn der Hauptversammlung einige Dutzend Ukrainer vor dem Veranstaltungsort demonstriert hatten, kam es gegen Ende von Strobls Präsentation zu einem Zwischenruf eines wahrscheinlich ukrainischen Aktivisten, der die Raiffeisenbank auf Russisch als "Terrorist" und "Kriegsverbrecher" beschimpfte. Der RBI-Chef reagierte wenig begeistert: "Es tut mir leid für die Unterbrechung. Sie sehen - man kann trotz all dieser Hilfen immer noch unzufrieden sein, und das muss ich auch zur Kenntnis nehmen", sagte er.

(fd/apa)

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